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Rottenburg

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Im Zeichen der Hoffnung - Pontifikalamt mit Weihbischof Matthäus Karrer

Ostern ist der Höhepunkt des Kirchenjahrs. Dementsprechend groß wurde die „Auferstehung des Herrn“ im Rottenburger Dom gefeiert - auch in der bischofslosen Zeit, der sogenannten Sedisvakanz. Den Hauptgottesdienst am Ostersonntag, das sogenannte Pontifikalamt, zelebrierte in diesem Jahr Weihbischof Matthäus Karrer.

„Nur sehr gedämpft" habe man das Osterhallelujah in den letzten Jahren singen können, sagte Matthäus Karrer am Ostersonntag während des Pontifikalamts.

Und auch in diesem Jahr könne man sich angesichts der Kriege, der vielen Katastrophen auf der Welt und der ungewissen Zukunft durchaus fragen, ob es überhaupt angemessen sei, das Leben zu feiern und sich an Ostern zu erfreuen.

Bei all dem gab Karrer aber zu bedenken, dass die Ostererzählungen heute rückwirkend und – Zitat:„ ... aus dem Blickwinkel einer 2000-jährigen Geschichte gelesen" werden.

"Die Freunde Jesu damals waren zunächst schockstarr. Zuerst sein gewaltsamer Tod, von dem ja alle gehofft hatten, dass es nicht bis zur Eskalation kommen wird. Gläubige Anhänger konnten sich gar nicht vorstellen, dass ein Messias leiden kann – oder gar muss. Und dann noch das verschwinden seines Leichnams. Wer konnte unter diesen Umständen auf die Idee kommen, es könnte sich alles zum guten wenden?" so Karrer in seiner Predigt.

Und auch als das leere Grab entdeckt wurde, habe bestimmt noch niemand ein Hallelujah angestimmt, so Karrer. Erst mit der Zeit habe man die einzelnen Puzzlesteine zusammensetzen und sich freuen können.

"Bis man die volle Tragweite dieses Evangeliums – durch das die gesamte Sicht auf das Leben und die gesamte Sicht auf die Weltanschauung grundlegend verändert wird – begriff, vergingen noch Wochen, Monate und Jahre. Erst nach und nach verdichtete sich die Freude über die Auferstehung Jesu zu Osterliedern und zum österlichen Hallelujah, das wir heute in besonderer Weise anstimmen" erläuterte Karrer.

Daher, das forderte Karrer, solle man diese Geschichte und die Auferstehung Jesu heute als Anlass nehmen, zu hoffen.

"Seine Auferstehung ist für uns ein Zeichen der Hoffnung, dass das Leben einer und eines jeden Einzelnen in der Hand Gottes liegt. Auch, wenn wir in Situationen geraten, in denen wir uns von Gott verlassen fühlen. Aber gerade in dieser schwierigen Zeit tun wir gut daran, uns darauf zu besinnen, was uns hoffen und leben lässt. Gerade in solchen Zeiten tun wir gut daran, ein Zeichen der Hoffnung und der Freude im Leben zu entdecken, und seien sie noch so klein" so der Weihbischof.

Deshalb – damit schloss Karrer – täte man auch in diesem Jahr gut daran, das Osterhallelujah eben doch voller Herzen anzustimmen.


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