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Reutlingen

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IHK Ausbildertag - im Zeichen der Veränderung

Der Fachkräftemangel ist in der Gesellschaft mittlerweile allgegenwärtig. Doch nicht nur Fachkräfte gibt es zu wenige, auch auf dem Ausbildungsmarkt gehen die Zahlen an Interessenten nach wie vor zurück. Doch wie schwierig ist die Lage wirklich und wie geht man das Problem an? Das haben wir beim Ausbildertag der IHK in Reutlingen nachgefragt.

Einige Ausbilder der Betriebe in der Region Neckar-Alb bekommen sie häufig am eigenen Leib zu spüren – die Auswirkungen des Fachkräfte- und Ausbildungsmangels. Denn immer weniger Menschen entscheiden sich für eine Berufsausbildung.

Und auch wenn der Abwärtstrend abflacht, ist er nach wie vor vorhanden. Und das, obwohl die Unternehmen viel investieren, um den allgemeinen Fachkräftemangel mit Ausbildungen auszugleichen.

"Es ist tatsächlich so, also durch die Bank weg alle suchen Fachkräfte, suchen Nachwuchskräfte. Und insofern merken wir das auch in der Region. Es wird sehr sehr viel ausgebildet, in einzelnen Branchen wirklich auch vermehrt ausgebildet. Denn der Markt an ausgebildeten Fachkräften ist leer und insofern gehen viele Unternehmen erfreulicherweise auch den Weg und sagen, wir geben jungen Menschen eine Chance und bilden sie aus" sagte die IHK Ausbildungs- und Inklusionsberaterin Cathrin Koch.

Da das Angebot aber die Nachfrage übersteigt suchen Betriebe und IHK zur Zeit nach Lösungen, wie man wieder mehr Auszubildende gewinnen kann. Dabei geht man in erster Linie auf die Auszubildenden selbst ein.

"Wir haben heute Nachmittag ganz unterschiedliche Workshops, die unter anderem auch das Thema Azubi-Recruiting aufgreifen, auch das Thema Social-Media, Wie kann ich junge Menschen ansprechen und sie für eine Ausbildung begeistern" sagte Koch.

Aber auch die Ausbilder erhalten die Möglichkeit, sich mit den Interessen der möglichen angehenden Azubis zu beschäftigen, so Koch weiter:

"Andererseits haben wir auch Workshops, die wirklich Ausbilderinnen und Ausbilder nochmal in ihrer Rolle und ihrer Funktion stärken und die ihnen ganz praktische Tipps und Tricks mit auf den Weg geben und sagen: Wie kann ich als Ausbilderin oder Ausbilder mit den jungen Menschen agieren."

Dass aber Veränderungen in teilweise auch gefestigten Arbeitsabläufen nicht immer einfach sind, liegt zumindest nahe. Beim Ausbildertag gab es deshalb einen Vortrag zum Thema Veränderungs- und Lernprozesse von Professor Volker Busch, einem Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Er sei kein Experte für konkreten Fachkräftemangel, wie er selbst sagte, gab den Ausbildern aber etwas mit auf den Weg:

"Was ich sagen kann ist, dass man in Situationen, ganz generell, in denen die bewährten Wege nicht zum Erfolg führen, ausbricht und Dinge bewusst mal anders macht, eröffnen sich immer wieder neue Türen im Leben und vielleicht kann ein Mangel an konventionellen Möglichkeiten, Fachkräfte zu bekommen, jetzt der richtige Moment sein, wo man bewusst mal was freches und mutiges ausprobiert und ganz neue Wege versucht, um an neue junge Menschen ran zu kommen."

Ein Vortrag, der bei den Ausbildern gut ankam. So gut, dass es im Anschluss viele Fragen und großen Applaus gab.


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