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Landkreis Reutlingen

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Flüchtlingssituation angespannt

Ob im Zollernalbkreis oder im Landkreis Tübingen - die Flüchtlingssituation ist in der Region Neckar-Alb sowie im gesamten Land nicht einfach. Teilweise braucht es ganze Sporthallen, um die Geflüchteten erst einmal notdürftig unter zu bringen. Auch der Landkreis Reutlingen befindet sich in einer komplizierten Lage. Wie es genau aussieht und wie man mit der Situation umgehen will, darüber hat unter anderem Landrat Dr. Ulrich Fiedler heute gesprochen.

Angespannter als 2015 sei die Lage im Landkreis, wenn es um die Flüchtlingssituation geht. Das geht aus den aktuellen Zahlen hervor, die Fiedler heute Vormittag zusammen mit einigen weiteren Kreismitgliedern präsentierte.

Und das, obwohl die Menschen, die aktuell unter anderem aus der Ukraine, Syrien und der Türkei in den Landkreis kommen, zahlenmäßig sogar weniger sind. Dass die Situation so prekär ist, hänge laut Fiedler aber auch mit der Flüchtlingswelle vor acht Jahren zusammen.

"Die Systeme sind noch zu einem guten Teil mit Menschen, die 2015/16 zu uns gekommen sind, gefüllt und beschäftigt. Auf diese sehr belasteten Systeme treffen jetzt wieder hohe Zugangszahlen. Es ist eine große Herausforderung für alle Beteiligten" erklärt Fiedler.

Diese schlägt sich vor allem im Verhältnis von freiem Wohnraum und den Zahl der neuen Geflüchteten nieder. Denn während die Kapazität im Sommer 2016 die Anzahl der Flüchtlinge noch um mehr als 1000 überstiegen hatte, sind aktuell nur etwas mehr als 200 Plätze verfügbar.

Auch deshalb sollen Geflüchtete Mitte Januar vorübergehend in der Theodor-Heuss-Sporthalle – gegenüber von der Theodor-Heuss-Schule – unterkommen. Ein Schritt, der gerade notwendig sei, den Fiedler aber eigentlich vermeiden wolle.

"Unser Ziel ist es natürlich, und auch mein ganz persönliches Ziel, keine weiteren Sporthallen mehr zur Unterbringung in Anspruch zu nehmen. Wir haben gesehen, welche gesellschaftlichen Folgen durch den Entzug der Sporthallen während Corona und auch für Flüchtlinge in der Vergangenheit eingetreten sind" so Fiedler.

Doch nicht nur die Unterbringung, auch die Integration der Geflüchteten muss gelingen – zu aller erst am Arbeitsmarkt. Dafür will der Landkreis unter anderem Jobmessen – so wie hier in Dettingen – anbieten.

"Wir versuchen, zusammen mit dem Jobcenter, zusammen mit der Handwerkskammer, mit der IHK und zusammen mit den Unternehmen in unserem Landkreis dafür zu sorgen, dass die so schnell wie möglich in den Arbeitsmarkt integriert werden und damit auch wesentliche Beiträge in unserer Gesellschaft leisten" sagte der Landrat.

Eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt ist für Fiedler der Schlüssel zum Gelingen der Migrationspolitik. Trotz aller Mühen werde man die Situation aber nur dann bewältigen können, wenn die Bundesrepublik einen klaren Plan bezüglich der Migrationspolitik habe.


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