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Reutlingen

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Reaktionen auf Kaufhof-Schließung

Von den bundesweit 52 Galeria Karstadt Kaufhof Filialen, die geschlossen werden, befinden sich sechs in Baden-Württemberg. Darunter auch Reutlingen. Für die Menschen vor Ort ein großer Verlust.

Merkur, Horten, Galeria Kaufhof – die Außenfassade des großen Reutlinger Warenhauses in der Karlstraße ist für die Bewohner der Achalmstadt seit Jahrzehnten prägend. Doch das Schicksal des Warenhauses ist seit Montag endgültig besiegelt – der Kaufhof in Reutlingen wird zum 31. Januar 2024 schließen.

Einkaufsmöglichkeiten werden rarer

Für viele Menschen ist das eine traurige Nachricht. „Es wird fehlen", sagt uns eine ältere Frau. Ein Passant bemerkt, dass die Vielfalt der Läden in Reutlingen immer mehr abnehme. Eine andere Frau wollte gerade das Kaufhaus betreten und ist erschüttert als sie von uns von der Schließung erfährt. Für sie gehört das große Kaufhaus seit ihrer Kindheit zu Reutlingen. Sie kauft regelmäßig dort ein, erzählt sie uns.

Kunden stehen vor verschlossener Tür

Aufgrund der bedrückenden Nachricht und wegen einer Betriebsversammlung war das Kaufhaus am Montag bereits ab 13 Uhr geschlossen und die Kunden standen unerwartet vor verschlossenen Türen.

Auch wenn die meisten Passanten die Nachricht bedauern, nehmen es einige auch gelassen. So erklärt ein Mann, dass er prinzipiell schon noch in Läden in der Stadt einkaufen würde, aber gerade Galeria Kaufhof hätte immer mehr abgebaut. Die Antwort eines anderen Mannes lautet: „Was kann man machen, online kaufen und fertig."

Online-Kauf, Energiepreise, Konsumflaute

Der häufige Online-Kauf trägt zum allgemeinen Ladensterben natürlich bei, der Hauptgrund für die jetztige Schließung sei aber vor allem auf die explodierenden Energiepreise und eine allgemeine Konsumflaute zurückzuführen.

Laut anderen Medienberichten hatte der Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof bereits im Oktober zum zweiten Mal innerhalb von weniger als drei Jahren Rettung in einem Schutzschirm-Insolvenzverfahren suchen müssen.

Die Gewerkschaft ver.di Baden-Württemberg zeigte sich entsetzt, dass von 18 Filialen im Land insgesamt sechs geschlossen werden sollen.

Gewerkschaft ver.di zeigt sich kampfbereit

Martin Gross, der ver.di Landesbezirksleiter Baden-Württemberg äußerte sich am Montag wie folgt:

„Wir alle, von Politik über Gesellschaft bis zur Gewerkschaft, dürfen diese Schließungspläne auf keinen Fall hinnehmen. Nachdem tausende Beschäftigte seit Jahren auf erhebliche Gehaltsbestandteile verzichtet haben, sollen sie jetzt zum Dank dafür arbeitslos werden. Nachdem hunderte Millionen Euro an Steuergeldern in das Unternehmen gepumpt wurden, sollen etliche Innenstädte weiterveröden. Und dass am Ende ein verantwortungsloser Milliardär und Immobilienspekulant sich einen schlanken Fuß macht, ist ein Skandal."

Alternativen zum Shoppen gibt es in der Größenordnung der Galeria Kaufhof in Reutlingen nicht. Fragwürdig auch, ob das Gebäude nach dem 31. Januar 2024 wieder mit Leben gefüllt werden kann oder es nur als ehemaliges Relikt einer vergangenen Ära zurückbleiben wird.


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