Ein Meilenstein für das Biosphärengebiet
Als ein Erfolgsmodell in Sachen Landschaft, nachhaltige Entwicklung und Kultur bezeichnet das Land Baden-Württemberg das Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Seit der Gründung haben sich dort viele Partnerschaften und nachhaltige Projekte etabliert. Jetzt ist eine Erweiterung des Biosphärengebiets offiziell. Damit einher geht auch eine Vergrößerung.
In malerischer Kulisse, auf Schloss Lichtenstein, hatten sich die Beteiligten getroffen, um die Erweiterung des Biosphärengebiets offiziell zu machen. Über 40 Prozent der bisherigen Fläche kommen noch einmal mit dazu. Ein Teil davon ist vom Schloss aus direkt zu sehen.
Ein Anlass, den auch Umweltministerin Thekla Walker gerne persönlich besucht hätte. Wegen der Vorstellung des Koalitionsvertrages sprang kurzfristig der Leiter der Naturschutzabteilung ein.
Ebenfalls mit dabei: Der Reutlinger Landrat Ulrich Fiedler. Mehrere Städte und Gemeinden aus „seinem" Landkreis sind schon Teil des Biosphärengebiets, einige kommen mit der Erweiterung dazu – wie Sonnenbühl, Engstingen und Hohenstein. Dazu kommen Blaubeuren, Allmendingen und Rechtenstein.
"Wir haben sechs neue Kommunen dazu bekommen. Wir haben einige Kommunen, die weitere Flächen ihrer Markung einbringen. Dadurch wächst das Biosphärengebiet nennenswert. Wir haben die Chance, dass wir alles, was in unserem Biosphärengebiet seit 2009 positiv entwickelt haben, nun auch in einem etwas größeren Areal, das sich für mehr Bürgerinnen und Bürger, Einwohnerinnen und Einwohner auszeichnet, zu entwickeln" so Fiedler.
Allein um 3.400 Hektar erweitert Reutlingen seinen Anteil am Biosphärengebiet. Das hat Auswirkungen auf das Standing der Achalmstadt als Großstadt.
"Damit gewinnt Reutlingen ein Alleinstellungsmerkmal unter den großen Städten, die in einem Biosphärengebiet liegen oder Anteile daran haben. Das ist die Stadt Wien – die österreichische Hauptstadt, die Stadt Freiburg im Breisgau und wir. Wir werden die einzige sein, deren gesamte Innenstadt im Biosphärengebiet liegt" erläuterte Keck.
Einen Umstand, den man nutzen wolle, verspricht Keck. Vor allem, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. Diese sei nicht nur mit dem Begriff Biosphäre an sich verbunden, sie sei ohnehin notwendig.
"Die Kommunen werden immer heißer in den Großstädten durch den Klimawandel. Wir müssen Klimafolgeanpassungen, Klimawandelfolgeanpassungen vornehmen. Wir müssen Bäume pflanzen, wir müssen mit dem Wasser anders haushalten, wir müssen den Stadtraum umbauen. Und das bringen wir ein ins Biosphärengebiet" so der Oberbürgermeister weiter.
Er sei überzeugt, dass davon auch die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger profitiere, so Keck. Auch insgesamt soll die Erweiterung über die reine Vergrößerung hinausgehen.
"Tatsächlich wollen wir das Biosphärengebiet in allen Nachhaltigkeitsdimensionen weiterentwickeln. Es ist nicht nur der Reservatsgedanke. Wir wollen uns zukunftsfähig aufstellen: Im Bereich Ökologie, im Bereich Ökonomie und auch im Bereich des Sozialen. Das tun wir sehr vielfältig im Biosphärengebiet, auf unterschiedlichste Art und Weise und das tun wir jetzt eben in einer etwas größeren Kulisse" so Landrat Fiedler abschließend.
Wenn es also nach den Beteiligten geht, kann das Grün rund um das Schloss herum in gewisser Weise auch Vorbild für das gesamte Biosphärengebiet sein.