Steinlach-Klinik schließt Ende Juni
In etwa zweieinhalb Monaten verliert die Stadt Mössingen mit der Steinlach-Klinik einen ihrer medizinischen Versorgungszweige. Die Entscheidung sei laut Betreiber das - Zitat - Ergebnis einer umfassenden wirtschaftlichen und strukturellen Analyse. Mehrere Medien hatten bereits Anfang April darüber berichtet. Wir haben zur Sache mit Oberbürgermeister Michael Bulander gesprochen.
Im dritten Obergeschoss des Mössinger Gesundheitszentrums ist die Steinlach-Klinik seit knapp zehn Jahren ansässig. Die Klinik selbst gibt es aber schon deutlich länger. Tätig sind dort aktuell die Bereiche Unfallchirurgie, Neurochirurgie, Orthopädie sowie Allgemein- und Gefäßchirurgie. Ein medizinisches Angebot, das durch die Schließung erst einmal wegfällt.
Im Mössinger Rathaus bedauert man die Schließung der Steinlach-Klinik. Oberbürgermeister Michael Bulander betonte vor allem sein Mitleid gegenüber den Beschäftigten, die durch die Schließung ihre Arbeitsplätze verlieren werden.
"Wir wollten die Steinlach-Klinik hier halten, aber leider ist die Situation wohl heute so, dass das wirtschaftlich nicht mehr darstellbar ist. Es geht natürlich für die Stadt Mössingen eine wichtige Einrichtung verloren. [...] Mir ist aber wichtig zu sagen, dass die anderen Einheiten – wie das OCC oder die Kardiologie oder die anderen Ärzte, die im Gesundheitszentrum untergebracht sind – ihren Betrieb natürlich weiterhin aufrecht erhalten werden und lediglich das dritte OG – die Steinlach-Klinik – schließen wird" so der Oberbürgermeister.
Deshalb sei die medizinische Versorgung in Mössingen im Allgemeinen trotzdem gut, auch wenn die aktuellen Probleme auch hier zu spüren seien.
"Bei den Allgemeinärzten spürt man natürlich schon, dass hier auch einige in das Alter kommen, in dem sie auch an ihre Nachfolge denken müssen. Dort sind wir natürlich nach wie vor dran und das beobachten wir auch sehr, um auch in Zukunft die medizinische Versorgung in Mössingen sicherzustellen. Aber insgesamt gesehen sind wir hier in Mössingen sehr gut versorgt" so Bulander.
Auch für das dritte Obergeschoss gibt es laut dem OB eine Nachfolgeoption, die – Zitat – sehr vielversprechend sei. Die Vergabe liege aber nicht in städtischer Hand, sondern in der des dortigen Betreibers und der Kreisbaugesellschaft Tübingen als Eigentümer von Klinik und Gesundheitszentrum.