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Mannheim

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Insolventes Rhein-Neckar-Fernsehen wird abgewickelt

Der älteste private Regionalfernsehsender Deutschlands wird geschlossen: Das Rhein-Neckar-Fernsehen in Mannheim ist insolvent, ein neuer Investor fand sich nicht. Die letzte Sendung lief bereits vor Weihnachten. Das Aus des Senders ist auch ein Signal an die Medienpolitik.

Nach fast vier Jahrzehnten geht eine prägende Stimme der Rhein-Neckar-Region von der Bildfläche: Das Rhein-Neckar Fernsehen wird seinen Sendebetrieb endgültig einstellen. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch das Amtsgericht Mannheim Anfang Februar 2026 ist das Aus des traditionsreichen Regionalsenders besiegelt.

Gescheiterte Rettungsversuche

Im Rahmen des vorläufigen Insolvenzverfahrens war intensiv nach neuen Investoren gesucht worden. Trotz zahlreicher Gespräche und Bemühungen blieb ein tragfähiges Konzept jedoch aus. Damit fehlte die Grundlage für einen wirtschaftlich stabilen Neustart.

Zum Insolvenzverwalter wurde der Mannheimer Anwalt Tobias Wahl von der Kanzlei Anchor Rechtsanwälte bestellt. Er sprach von einem schmerzlichen, aber unvermeidbaren Schritt. Anfang Februar wurden die verbliebenen 15 Beschäftigten freigestellt, Gläubiger können ihre Ansprüche nun anmelden.

Wirtschaftliche Sackgasse und strukturelle Probleme

Bereits wenige Tage vor Weihnachten hatte RNF sein Programm eingestellt. Hintergrund war eine zunehmend angespannte finanzielle Lage, die sich über Jahre aufgebaut hatte. Steigende Produktionskosten, rückläufige Werbeeinnahmen und der wachsende Konkurrenzdruck durch digitale Plattformen setzten dem Sender stark zu.

Hinzu kam eine Führungskrise: Nach dem Tod des geschäftsführenden Gesellschafters Joachim Schulz im November geriet das Unternehmen in eine organisatorische Ausnahmesituation. Da keine klaren Vertretungsregelungen bestanden, war der Sender vorübergehend ohne handlungsfähige Leitung. Die Belegschaft sah schließlich keine andere Möglichkeit mehr, als Insolvenz anzumelden.

Große Resonanz aus der Bevölkerung

Nach der Einstellung des Programms zeigte sich, wie tief RNF in der Region verwurzelt war. Zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer bekundeten ihre Unterstützung und ihren Dank. Viele machten deutlich, dass der Sender für sie weit mehr war als nur ein weiterer Fernsehkanal – er war ein täglicher Begleiter und eine verlässliche Quelle für lokale Informationen.

Auch Chefredakteur Ralph Kühnl betonte rückblickend, wie stark der Rückhalt aus der Bevölkerung gewesen sei. Dennoch habe es keine realistische Perspektive für einen wirtschaftlich tragfähigen Weiterbetrieb gegeben.

Würdigung durch die Medienaufsicht

Die Medienanstalt für Baden-Württemberg (LFK) würdigte die Bedeutung des Senders für die Medienlandschaft im Südwesten. Ihr Präsident Wolfgang Kreißig bezeichnete RNF als einen Pionier des privaten Regionalfernsehens in Deutschland, der früh Maßstäbe für lokale Berichterstattung gesetzt habe.

Über Jahrzehnte hinweg habe der Sender dazu beigetragen, regionale Themen sichtbar zu machen und gesellschaftliche Debatten vor Ort zu fördern. Sein Wegfall sei daher ein spürbarer Verlust für die Medienvielfalt.

Fast 40 Jahre Regionalgeschichte

RNF wurde Mitte der 1980er-Jahre gegründet. Mit Nachrichtensendungen, Magazinen und Berichten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport bot der Sender eine Plattform für Themen, die in überregionalen Medien oft wenig Beachtung fanden.

Als ältestes privates Regionalfernsehen Deutschlands begleitete RNF den Wandel der Medienwelt über Jahrzehnte hinweg – vom analogen Kabel bis ins digitale Zeitalter. In diesem Jahr hätte der Sender sein 40-jähriges Bestehen gefeiert.

Ein Ende mit Signalwirkung

Die Schließung von RNF steht beispielhaft für die schwierige Lage vieler regionaler Medienangebote. Sinkende Einnahmen, verändertes Mediennutzungsverhalten und der Wettbewerb mit internationalen Plattformen stellen lokale Anbieter vor enorme Herausforderungen.

„Der wirtschaftliche Druck auf private Medienangebote hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Steigende Kosten, veränderte Werbemärkte und der Wettbewerb mit globalen Plattformen stellen regionale Sender vor enorme Herausforderungen. Umso höher ist die journalistische Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von RNF zu bewerten, die unter schwierigen Bedingungen über Jahre hinweg engagiert und professionell gearbeitet haben. Nun gilt es, medienpolitische und medienrechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit regionale Nachrichten und Informationen auch weiterhin eine Zukunft haben." Dr. Wolfgang Epp, Vorsitzender des LFK-Medienrats


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