Ballett-Meisterwerk eröffnet die Herbstlichen Musiktage
Es ist wieder soweit - die Herbstlichen Musiktage in Bad Urach sind offiziell eröffnet. Bereits zum 46. Mal verzaubern die Klänge klassischer Musik die Kurstadt. Vom 02. bis zum 09. Oktober werden das Residenzschloss, die Festhalle, der Willi-Dettinger-Saal und die Amanduskirche zum Konzertsaal umfunktioniert. Wir waren beim Eröffnungskonzert am Freitagabend mit dabei.
Mit den Klängen von Camille Saint-Saëns' 'Danse Macabre' hat das Odeon Jugendsinfonieorchester München sein Konzert in der Bad Uracher Festhalle eingeleitet. Das Ensemble aus 80 jungen Musikern zwischen 15 und 25 Jahren hielt das Publikum eine Stunde lang in seinen Bann.
Auf das erste Stück folgte Maurice Ravels fünfsätzige Suite „Ma Mère l'Oye". Den musikalischen Höhepunkt bildete Igor Strawinskys Ballett-Meisterwerk "Petruschka", das auf einem St. Petersburger Jahrmarkt spielt.
Die Leistung der Nachwuchsmusiker sorgte beim künstlerischen Leiter des Festivals Florian Prey für sichtbare Begeisterung: "80 junge Musiker – die kommen hier nach Bad Urach und spielen dieses Stück, die Petruschka Suite von Stravinsky einfach so phänomenal. Also sowas von erste Sahne!"
"Wo man ganz weit reisen muss, um sowas irgendwie zu hören. Also, die großen Orchester – Elbphilharmonie und so – da treten die auf", staunt Prey. Für Bewohner der Stadt Bad Urach gab es dieses anspruchsvolle Stück aber quasi direkt vor der Haustür.
Nicht umsonst hat das Ensemble unter der Leitung von Dirigent Julio Doggenweiler Fernández den Deutschen Orchesterwettbewerb 2025 für sich entschieden.
Der Bad Uracher Bürgermeister Elmar Rebmann schöpfte aus dieser Vorführung sogar Hoffnung für die nächste Generation. "Ich bin total geflasht von den jungen Leuten. Öfters hört man: 'man kann mit der Jugend nichts mehr anfangen.' Generation Z und so weiter und so fort, aber das, was die heute Abend auf die Bühne gezaubert haben – phänomenal! Ein irre Auftakt für die Herbstlichen Musiktage", erzählt Rebmann voller Begeisterung.
Und das spiegle sich auch in der Zahl der Ticketverkäufe wider. Laut Bürgermeister Rebmann bewegen sich die Ticketverkäufe in einem ähnlich erfolgreichen Bereich wie in den letzten Jahren auch. Der ein oder andere Platz ist laut Rebmann allerdings noch frei.
Interessierte könnten dabei aus einer großen Bandbreite an Musik wählen. "Von der klassischen Musik bis zu Pop. Jamaram zum Schluss, aber auch morgen Abend im Schloss zum ersten Mal wieder nach vielen Jahren hört man auch Lieder von Peter Gabriel oder von Sting. Also das ist alles dabei", so der Bürgermeister. Ein farbenfrohes, musikalisches Spektrum erwarte demnach die Besucher.
Ein Wermutstropfen ist allerdings der Abschied vom Stiftungsvorstand Thomas Braun. Für ihn ist es der letzte Eröffnungsabend in seiner Funktion als Leiter des Kulturreferats und Organisator der Musiktage.
Braun möchte den Fokus nun jedoch erst einmal ganz auf die kommenden Konzerte richten. "Zunächst einmal ändert sich nichts daran. Die Spannung bleibt bis zum Schluss", meint Braun.
"Dass das der letzte Eröffnungsabend meiner Karriere sein wird, das wird mir wahrscheinlich erst im Nachhinein bewusst", sagt Braun nachdenklich. Nach 25 Jahren geht es für den Stiftungsvorstand der Musiktage in den wohlverdienten Ruhestand.
Wer ihn beerben wird, ist bereits bekannt. Zuerst wollen die Veranstalter jedoch das laufende Musikfestival genießen.