BWeins - Am Puls des Landes

Am Puls des Landes

Landtag in Stuttgart Plenarsitzung im Landtag Neues Schloss in Stuttgart Schlossplatz in Stuttgart

>> BWeins-Sendung in der Mediathek

Rottenburg-Kiebingen

Foto: RTF.1
Eierlesen am Ostermontag

Alle zwei Jahre ist der Rottenburger Stadtteil Kiebingen an Ostern Schauplatz eines lokalen Großereignisses. An jedem zweiten Ostermontag das Eierlesen. Eine Tradition, an der immer die 19- und 20-Jährigen teilnehmen und die bis ins Mittelalter zurückreicht. Wie der Volksbrauch entstanden ist, ist nicht überliefert. Die Ältesten im Dorf wissen nur, dass schon Ihre Vorfahren dem Brauch nachgegangen sind.

Ein echter Straßenfeger war die diesjährige Ausgabe des Kiebinger Eierlesens. Etliche Zuschauer wollten bei bestem Frühlingswetter sehen, wer aus den Jahrgängen 2006 und 2007 bei dem Jahrhunderte alten Wettkampf die Nase vorn hat, den es in dieser Form nur noch hier gibt.

"Natürlich ist es für Kiebingen das traditionelle, zweijährlich stattfindende Ereignis, dass Kiebingen eigentlich mit prägt. Vor allem für die junge Generation und gerade für die Rekrutenjahrgänge, die das alle zwei Jahre ausführen, ist es ein einschneidendes Erlebnis" weiß der Kiebinger Ortsvorsteher Thomas Stopper.

Denn während am Ereignistag vor allem der sportliche Wettkampf im Vordergrund steht, bereiten die Teilnehmerjahrgänge die Veranstaltung gemeinsam vor.

"Es ist eine einmalige Geschichte, die die zwei Jahre zusammenschweißt, wo sie ein solches Fest stemmen müssen und wo sie wirklich ins Vereinsleben hineinkommen und wissen, was es bedeutet, so ein Fest zu stemmen. Das ist wichtig für die jungen Leute" so Stopper.

Im Mittelpunkt stehen dieses Mal Finn Bailer als Läufer, Ben Hertkorn Fänger und Lea Schweinbenz als Leserin – erst die zweite Frau, die beim Eierlesen startet.

Der Wettkampf selbst läuft so ab: Leserin und Läufer starten gleichzeitig. Der Läufer – immer aus dem jüngeren Jahrgang – rennt von Kiebingen nach Rottenburg, holt dort ein Paket ab und bringt dieses als Beweis wieder mit zurück.

Währenddessen muss die Leserin so schnell wie möglich 96 Eier einsammeln und dem Fänger zuwerfen. Dieser muss die Eier mit einem Korb fangen, darf den markierten Bereich aber nicht verlassen. Maximal zwölf Fehlwürfe sind erlaubt, dazu kommt der zeitliche Druck durch den Läufer.

"Klar ist natürlich – das hat sich in den letzten Jahren immer wieder gezeigt – wenn du mehr als vier oder fünf Eier verwirfst, hast du ein Problem. Dann wird es mit dem Läufer eng" erläutert Stopper.

Spannend bis zum Schluss war es in diesem Jahr. Der Ausgang lange nicht abzusehen. Erst als Finn Bailer auf die Zielgerade einbog war klar: In diesem Jahr geht der Sieg an den Läufer. Zwei Eier hätten zu diesem Zeitpunkt noch geworfen werden müssen.

"Mir wurde immer gesagt wie viele Fehlwürfe sie hatte und sie muss die Fehlwürfe dann ja von hinten aufholen. 600 Meter vor dem Ziel wurde mir gesagt, dass sie elf Fehlwürfe hatte und dann war mir klar – jetzt noch einen Sprint hinlegen, muss man am Schluss ja eigentlich machen – dass ich gewonnen habe" schildert er den Endspurt aus seiner Sicht.

Für den Sieger gabs natürlich den geschmückten Baum und eine – trotz der warmen Temperaturen – eher unfreiwillige Erfrischung in Form einer Sektdusche. Ihren ganz persönlichen Festtag ließen die Jahrgänger nach der Siegerehrung in der angrenzenden Halle mit einem gemeinsamen Jahrgangstreffen ausklingen.


Nachrichten aus Bundesland und Landeshauptstadt

Foto: RTF.1
Mehr politisch motivierte Straftaten Die politisch motivierte Kriminalität in Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr zugenommen. Das geht aus der Statistik hervor, die Innenminister Thomas Strobl am Dienstag in Stuttgart vorgestellt hat.
Foto: Pixabay.com
Polonium im Garten? - Großeinsatz in Wohngebiet Ein Fläschchen mit der Aufschrift Polonium hat an Ostern für Aufregung und für einen Großeinsatz in Vaihingen an der Enz gesorgt.
Foto: Pixabay.de
Stiller Feiertag - Welche Bedeutung der Karfreitag für die Kirchen hat Der Tod Jesu Christi am Kreuz. Hier in der Kirche Bruder Konrad in Lichtenstein-Unterhausen. Die Abbildung des Kreuzes dominiert die Kirche. An den Seitenwänden erzählt ein Kreuzweg von den Karfreitagsleiden Jesu. Doch der Tag beginnt in der katholischen Kirche mit der Gründonnerstagsmesse am Vorabend."Da hat er sich vor seinem Leiden und Sterben am Karfreitag noch einmal mit seinen engsten Freunden, seinen Jüngern zu Tisch gesetzt, das Brot und den Wein genommen und diese Zeichen noch einmal ganz neu gedeutet. Schon im Blick auf seine Hingabe am Karfreitag. Das ist nicht einfach nur ein Stück Brot oder ein Schluck Wein, sondern er sagt: Das bin ich für euch" erklärt Dekan Hermann Friedl vom Dekanat Reutlingen-Zwiefalten.

Werbung:

Weitere Meldungen