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Tübingen

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Auf den Spuren der Schwarzwälder Kirschtorte

Der „Black Forest Cake Day“ am 28. März, zu Deutsch der Tag der Schwarzwälder Kirschtorte, ist eigentlich in Amerika beheimatet. Wer ihn ins Leben gerufen hat, ist nicht bekannt. Ähnliches gilt auch für die Torte selbst. Doch auch wenn es Unstimmigkeiten darüber gibt, wo die Schwarzwälder Kirschtorte herkommt, stehen die Chancen nicht schlecht, dass sie aus Tübingen stammt.

Das Café Silberburg steht bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts am Tübinger Marktplatz. Und wo heute am selben Platz das Café Ranitzky steht, stand vor 100 Jahren noch das Café Pfuderer.

Auch heute noch gibt es eine ganze Menge Cafés in Tübingen. Doch diese seien nur ein Schatten der Café-Kultur, die einst in der Universitätsstadt herrschte, so Marina Chemykh vom Stadtarchiv Tübingen:

"Um die Jahrhundertwende, also um 1900, gab es tatsächlich um die zehn Cafés in der Tübinger Altstadt. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. An jeder zweiten Ecke war praktisch ein Café und auch eine Konditorei. Das heißt, in diesen Cafés wurden tatsächlich auch eigene Rezepte kreiert" erzählt sie.

Eines dieser Rezepte, so heißt es, war die Schwarzwälder Kirschtorte, auch wenn sich Tübingen gar nicht im Schwarzwald befindet. Erst seit 2007 wird vermutet, dass die Torte aus der Universitätsstadt kommt.

"Der Stadtarchivar Tübingens, Udo Rauch, der hat Recherchen betrieben und ist darauf gestoßen. Einerseits auf dieses Foto, das ein Dachbodenfund vom Neffen des Konditors war. Von Erwin Hindenbrand. Und andererseits ist er auf dieses Rezeptbuch gestoßen" so Chemykh weiter.

Das Rezeptbuch aus den 1930ern ist erst seit Januar 2026 im Besitz des Stadtarchivs. Eine Spende der Familie, die einst das Café Walz geleitet hat, in dem die Torte entstanden sein soll. Dieses gibt es schon seit den 50ern nicht mehr, ein Optiker hat seinen Platz eingenommen.

Einige Details des Rezepts stechen als unüblich heraus. Besonders die Ganache. Die Kuppelform passt ebenfalls nicht, auch nicht zu der Torte, die auf dem Foto des Konditors zu sehen ist. Wir haben uns zum Vergleich bei Café-Lieb angesehen, wie man heute die Torte macht.

"Eine Schwarzwälder Kirschtorte ist laut Leitsätzen eine Torte, die nach Kirschwasser schmeckt, entweder Wiener Boden hat aus Schokolade oder einen hellen. Und mit Schokospänen und mit Belegkirschen dekoriert ist" so Produktionsleiter Patrick Leimgruber.

Die wenigsten Torten haben feste Regeln, wie sie herzustellen sind. Jeder Konditor hat seine eigene Herangehensweise.

Doch die Grundsätze sind klar. Schokoladenböden, getränkt in Kirschwasser, aufgeschichtet mit Kirschen, Sahne und am Ende garniert mit rau geraspelten Schokoladenspänen, eingerahmt von weißen Sahnehäubchen. Nicht die komplizierteste, doch trotzdem die beliebteste Torte im Sortiment des Cafés.

"Ich glaub vom Geschmack her, ist sie dann doch die komplexeste. Man hat Schokoladenanteil, Schokoladenboden, Schokoladenspäne. Wir haben die Kirschfüllung. Wir haben den Kirschwassergeschmack, der ja schon was besonderes ist" so Leimgruber.

Kein Wunder bei der Beliebtheit, dass alle die Torte erfunden haben wollen. Auch das Café Agner in Bad Godesberg bei Bonn beansprucht beispielsweise den Kassenschlager, mit der selben Überzeugung wie Tübingen. Am Ende ist etwas so nebulöses wie das Konzept einer Torte schwer zurückzuverfolgen. Ihre Beliebtheit ist und bleibt dagegen unumstritten.


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