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Tübingen

Foto: RTF.1
Holocaust-Gedenken an mehreren Orten in der Stadt

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die Gefangenen des damaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Ein Ereignis, das man seit 2005 zum Anlass nimmt, immer am 27. Januar den Opfern des Holocaust zu gedenken. Am Dienstag jährte sich die Auschwitz-Befreiung zum 81. Mal.

Mit Kerzen auf der Treppe vor der Stiftskirche gedachte das Bündnis „AfD Verbot Jetzt!" der Opfer des Nationalsozialismus. Etliche Menschen waren deshalb auf den Holzmarkt gekommen und lauschten nach einer Schweigeminute verschiedenen Redebeiträgen.

Mitglieder – unter anderem von der Geschichtswerkstatt und dem Deutschen Gewerkschaftsbund waren als Redner vor Ort, erinnerten an die Ereignisse von damals und forderten aber auch ein Verbot der AfD, da die Partei – so der Tenor – das seitdem erreichte gefährde.

Bednarz: "Fester Bestandteil der Erinnerungskultur"

Auch im Tübinger Landratsamt gedachte man den Holocaust-Opfern am Dienstag-Abend mit einer Schweigeminute. Als vielleicht so wichtig wie noch nie ordnet der neue Landrat Dr. Hendrik Bednarz den diesjährigen Gedenktag ein.

"Ich glaube, das kann man schon sagen. Er steht für die Gräueltaten des Nationalsozialismus und ist fester Bestandteil unserer Erinnerungskultur und Erinnerung wird ja nie zum Selbstzweck betrieben. Erinnerung wird immer auch betrieben um künftig solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu begegnen" findet Bednarz.

Insgesamt 19 Jugendliche erhielten am Dienstag ihr Zertifikat zum Jugendguide. Zuvor hatten sie sich mit NS-Verbrechen vor Ort auseinandergesetzt.

Schon seit ein paar Jahren nutzt die Kreisverwaltung den 27. Januar außerdem, um den Lilli-Zapf-Preis für gesellschaftliche und Erinnerungskulturelle Arbeit zu verleihen.

Dieser ging dieses Jahr an das Kepler-Gymnasium, wo mehrere Schüler über Jahre hinweg mit einer französischen Partnerschule eine Ausstellung mit dem Titel „Train de Loos" erstellt hatten, die die Deportation von fast 900 Widerstandskämpfern aus Nordfrankreich in deutsche Konzentrationslager aufarbeitet.

"Junge Menschen sind erstens die Zukunft unserer Gesellschaft. Zweitens ist es wichtig, dass sich junge Menschen für die Themen begeistern, denn das sind Multiplikatoren in ihrer Generation. Deswegen ist es ganz wertvoll, wenn sie sich schon in frühen Jahren für das Thema begeistern und interessieren und die Themen angehen" so der Landrat.

Eine Ausstellung mitten in der Öffentlichkeit soll es sein, die von möglichst Vielen gesehen werden soll.

"Wer zu uns auf die Zulassungsstelle muss – das sind viele – oder auf die Führerscheinstelle. Das sind auch nicht wenige. Oder Menschen, die sonst im Landratsamt zu tun haben. Die stolpern quasi darüber. Auch die Kreistagsmitglieder bei Kreistagssitzungen oder wer auch immer aus der Öffentlichkeit dort zuhören möchten läuft genauso vorbei" kommentierte Bednarz.

Bis zum 13. März ist die Ausstellung von jetzt an in der Glashalle zu sehen. Im Februar und im März bieten die Schüler darüber hinaus Führungen an.


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