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Tübingen

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Ambulante Behandlung schwerer psychischer Erkrankungen ist möglich

Etwa jedes fünfte Kind und jeder fünfte Jugendliche ist psychisch krank. Vor allem Ängste, Depressionen, aber auch Magersucht sind häufig, und die Zahlen sind seit der Corona-Pandemie weiter gestiegen. Doch in der stationären Psychiatrie sind die Plätze begrenzt. Deshalb gibt es seit mehr als acht Jahren in Tübingen ein Modellprojekt, das eine ambulante Behandlung für schwer psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche ermöglicht. TIBAS heißt das Modellprojekt, und das steht für Therapeutische Intensivbehandlung im ambulanten Setting. Jetzt geht das Projekt in die zweite Runde, und die Projektbeteiligten haben Bilanz gezogen.

Tobias Renner ist Ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Tübingen und als solcher für das Modellprojekt TIBAS verantwortlich. 18 Fachkräfte sind darin involviert. "Die Behandlung wird von einem Behandlungsteam durchgeführt, welches multiprofessionell ist, also wir haben Psychotherapeuten, Ärztinnen, wir haben auch Sozialarbeiterinnen und Case Manager mit an Bord, die zum einen erfassen, welche Bedarfe die Kinder und Jugendlichen, aber auch die Familien haben und dann aber auch therapeutisch tätig werden", sagt Prof. Renner.

Die Intiative zum TIBAS-Projekt ging von der AOK aus. Diese und die SVLFG sind Projektpartner. Das heißt, nur Versicherten dieser beiden Krankenkassen steht diese ambulante Behandlung zur Verfügung. Marion Rostam, Geschäftsführerin der AOK Neckar-Alb: "Wir haben als gesetzliche Krankenkasse den Auftrag, Modellvorhaben im psychischen Sektor zu machen, und das Thema Kinder- und Jugendpsychiatrie ist was, was uns am Herzen liegt, wir sehen da einen großen Bedarf, und so haben wir uns zusammengesetzt und überlegt: Wie kann es gehen?"

Gut kann es gehen. Sagen jedenfalls die Projektpartner. Die ambulante Behandlung schwerer psychischer Erkrankungen sei möglich, so die Bilanz. Prof. Renner: "Also, wir können TIBAS jetzt seit nunmehr acht Jahren anbieten und haben damit extrem gute Erfahrungen gemacht, wir haben auch eine wissenschaftliche Erhebung gemacht neben den klinischen Verläufen, die Kinder und Jugendlichen, die das haben konnten, sind sehr, sehr zufrieden."

Jetzt hoffen AOK und Universitätsklinikum, dass diese Erfahrungen in ein allgemeines Gesetz gegossen werden, so dass alle Kinder und Jugendlichen, die behandelt werden müssen, von TIBAS profitieren können.


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