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H2-Grid - Reutlingen/Tübingen wird Modellregion für Produktion und Nutzung von Wasserstoff

In einem sind sich die meisten einig: Die Zukunft wird ohne fossile Energieträger, also ohne Kohle, Öl und Gas stattfinden müssen. Wie Wasserstoff produziert, verteilt und genutzt werden kann, erforscht das Wasserstoff-Leuchtturmprojekt H2-Grid in der Region Reutlingen/Tübingen. Hier haben sich Hochschulen, Stadtwerke und Industrie zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, das vom Land Baden-Württemberg und der Europäischen Union gefördert wird.

Erneuerbare Energien, also Wind, Wasser und Photovoltaik werden unsere Stromversorgung in Zukunft bestimmen. Das Problem: Der Strom entsteht nicht unbedingt zu der Zeit und in der Menge, in der man ihn braucht. Ist es sonnig und windig zur gleichen Zeit, haben wir zu viel Strom.

Jetzt kann ein sogenannter Elektrolyseur, zugeschaltet werden. Er verwendet den Strom, um Wasser (H2O) in seine Einzelbestandteile zu zerlegen, also in Sauerstoff (O2) und Wasserstoff (H2).

"Das Thema Wasserstoff als hoher Energieträger mit einer hohen Dichte ist hauptsächlich für den Bereich des Schwerlastverkehrs von Interesse, das heißt, LKW oder ÖPNV, Busse bis hin zu Schienenfahrzeuge werden in Zukunft Experimente durchführen, ob sie auf Wasserstoffbasis funktionieren können, weil sie damit eine hohe Reichweite haben und große Lasten transportieren können", sagt Dr. Achim Kötzle von den Stadtwerken Tübingen.

Die Stadtwerke Tübingen bauen deshalb nicht nur einen Elektrolyseur auf ihrem Gelände sondern auch eine Wasserstoff-Tankstelle. Bisher ist die einzige Tankstelle im Raum Reutlingen/Tübingen, die Wasserstoff anbietet, in Metzingen.

Aber auch andere Teilprojekte sind durch H2-Grid miteinander vernetzt. Auch in Reutlingen, Rottenburg und Mössingen bauen die jeweiligen Stadtwerke Elektrolyseure, in einem geplanten Gewerbepark der Rosenfelder Firma Sülzle soll ein weiterer entstehen, an der Hochschule Rottenburg sogar zwei.

"Wir planen zwei, weil es unterschiedliche Elektrolyseur-Technologien gibt, und wir wollen auch deren Vor- und Nachteile dann auch im realen Betrieb hier testen", sagte Prof. Harald Thorwarth von der Hochschule Rottenburg. "Wir werden auch einen Wasserstoffspeicher hier haben über die Größe da arbeiten wir noch dran, aber wir werden Wasserstoff produzieren und auch speichern."

Die Hochschule Rottenburg ist schon länger Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien. Schon jetzt versorgen eine hochschuleigene Windkraftanlage und Photovoltaik-Anlagen den Campus mit Strom. Ladesäulen versorgen die Autos und Fahrräder von Studenten und Mitarbeitern.

All die kleinen Wasserstoff-Projekte müssen auch vernetzt werden, damit daraus das H2-Grid-Netzwerk entsteht; diese Aufgabe übernimmt die Hochschule Reutlingen: "Es gibt nur die zwei Möglichkeiten: Ich habe ein Superhirn irgendwo in der Mitte, und der kann alles und weiß alles und organisiert alles, das ist der eine Ansatz, und wir verfolgen den dezentralen Ansatz, das heißt, jeder Akteur, jeder Elektrolyseur, jeder Energieversorger hat seine eigene Strategie und ist nur lose über so eine Plattform vernetzt, und wir kommen trotzdem zu einem guten Regelergebnis", erklärt Prof. Thorsten Zenner.

Ein solches dezentrales Netzwerk will die Hochschule Reutlingen für die H2-Grid-Akteure schaffen. Dieses Netzwerk ist aber auch offen für neue Mitglieder. Wenn also ein Unternehmen oder eine Genossenschaft selber einen Elektrolyseur bauen will, um Wasserstoff zu produzieren, dann ist sie bei H2-Grid willkommen. 


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