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IHK Reutlingen

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Start der Innovationstage

Der Start der Reutlinger Innovationstage fand in diesem Jahr coronabedingt etwas anders als üblich statt. Traf man sich zur Preisverleihung von drei regionalen Wissenschaftlern noch vor Ort, musste die diesjährige Innovationsmesse mit knapp zwanzig Ausstellern virtuell abgehalten werden. Welche Themen und Trends im Moment in Wirtschaft und Wissenschaft im Fokus stehen und warum auch die Weltraumfahrt in unserer Region eine Rolle spielt, erfahren Sie jetzt.

Die Coronazeit ist eine unsichere Zeit, insbesondere beim Planen von Veranstaltungen. Die IHK Reutlingen hat die diesjährigen Innovationstage daher einmal als Präsenzveranstaltung, aber auch als virtuelle Option geplant.

Die Auftaktveranstaltung an diesem Donnerstagvormittag gestaltete sich nun als Hybrid-Version. Vor Ort wurden mit einigen Gästen und Medienvertretern drei Wissenschaftler aus der Region mit dem IHK-Preis „Exzellenter Technologietransfer Neckar-Alb" ausgezeichnet – diese Feierlichkeit konnte gleichzeitig auch online verfolgt werden.

Doch was genau ist eigentlich ein „exzellenter Technologietransfer?" Wir fragen beim IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp einmal genauer nach.

„Wir sind als Industrie- und Handelskammer Reutlingen, Tübingen und Zollern-Alb-Kreis seit mittlerweile zwölf Jahren dran, dass wir die Brücke zwischen unseren Wissenschaftlichen Einrichtungen, dass heißt vorwiegend Hochschulen und Universitäten, und den Firmen herstellen und aufbauen. Wir brauchen das, was in der Wissenschaft erforscht und erkundet wird in der Anwendung in unseren Firmen in der Praxis", erklärt Epp.

Die Ausschreibung geht an Hochschulen und Universitäten in der Region, die dann ihre gemeinsamen Projekte mit Unternehmen vorstellen und einreichen können.

In diesem Jahr gleich für zwei Projekte ausgezeichnet wurde Dr. Christoph Berthold von der Universität Tübingen. Gemeinsam mit zwei Unternehmen entwickelte er zum einen ein Verfahren zum Optimieren von 3D-Druck-Produkten sowie ein mobiles Analysegerät, das beispielsweise bei Ausgrabungen eingesetzt werden kann. Für ihn eröffnet der exzellente Technologietransfer Neckar-Alb auch viele Chance für Studierende.

„Das hat man jetzt bei unserem damaligen Doktoranden gesehen, dass der natürlich auch einen späteren Arbeitsplatz findet. Wir haben nicht nur einen Technologietransfer, einen Austausch und im Prinzip auch eine Kompetenzerweiterung für beide Partner, sondern wir haben im Prinzip auch einen Personaltransfer von der Universität in den Arbeitsmarkt rein",erklärt Berthold.

Doch nicht nur die Preisverleihung stand an diesem Vormittag im Mittelpunkt, auch der Start der Reutlinger Innovationstage.

„Die Innovationstage ist eine Veranstaltungsreihe, die jedes Jahr stattfindet und ständig zwischen den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und dem Zollernalbkreis wechselt. Jedes zweite Jahr findet Tübingen statt, dieses Jahr haben wir die Reutlinger Innovationstage mit elf Terminen in Unternehmen und Institutionen rund um Reutlingen, also hauptsächlich direkt in Reutlingen", erklärt Birgit Krattenmacher vom Institut für Wissensmanagement und Wissenstransfer bei der IHK.

Diese elf Termine finden bis zum 10. Juli 2020 bei den verschiedenen Unternehmen vor Ort, unter den entsprechenden Hygienebestimmungen, oder alternativ auch online statt.

„Herzlich Einladen wollen wir interessierte Wirtschafts- und Wissenschaftsvertreter, weil es hier um die Kooperationsanbahnung geht. Wir wollen den Technologietransfer gewährleisten und das hat in den letzten Jahren zu zahlreichen Erfolgen geführt, also so 20 Kooperationen pro Veranstaltungsreihe und das ist was, was die Region voranbringt und den Unternehmen nutzt und die Wissenschaftskompetenz in die Breite bringt", so Krattenmacher.

Die Messe, bei der sich rund 20 Aussteller aus der Region vorstellen konnte, fand dieses mal nur virtuell statt. In kurzen Sequenzen stellten sich die teilnehmenden Unternehmer der Region vor und luden anschließend zum virtuellen Messerundgang ein.

Besonders auffällig – ein hoher Anteil der Aussteller beschäftigte sich nicht nur mit zukunftsweisenden Themen wie der Künstlichen Intelligenz oder dem Internet der Dinge, sondern auch mit dem Weltraum.

„Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: die Region ist Weltraumregion. Weil die Industrie- und Handelskammer mit der ESA, mit der NASA, ein sogenanntes „Business Incubation Centre" hat. Das heißt, wir können bis zu vierzig junge Start-Ups mit bis zu 100.000 Euro fördern, die im weitesten Sinne, etwas mit Weltraum zu tun haben und das ist höchst innovativ und bringt die ganze Region weiter", so der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Erforscht wird unter anderem wie Anwendungen von Weltraumtechnologie auf unserer Erde genutzt werden können.

Teilnehmer können sich also auf vielfältige und nicht alltägliche Themenfelder freuen. Am 8. Juli geht es beispielsweise beim Unternehmen Samen-Fetzer in Gönningen um das Thema „Neue Lebensmittel" - ganz genau, um das Thema Laborfleisch.

„Es geht um eine biotechnologisch hergestellte Komponente wie Muskelfasern [...] im Labor hergestellt werden können, um dann letztendlich ein Schnitzel auf dem Teller zu haben, was wirklich aus dem Labor kommt", erklärt Krattenmacher.

Wer die genauen Termine und Themen der kommenden Veranstaltungen der Reutlinger Innovationstage erfahren will, kann dies unter www.innovationstage.de.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 25.06.20 - 16:54 Uhr   -   548 mal angesehen)

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