BWeins - Am Puls des Landes

Am Puls des Landes

Landtag in Stuttgart Plenarsitzung im Landtag Neues Schloss in Stuttgart Schlossplatz in Stuttgart

>> BWeins-Sendung in der Mediathek

München

Foto: pixabay.com
Franz Beckenbauer hat laut DFB vor WM-Vergabe Vertrag mit FIFA-Vize unterschrieben

Der "Kaiser" rutscht tiefer in den Sommermärchen-Skandal um einen möglichen Kauf der WM 2006: Der DFB hat bestätigt, dass Franz Beckenbauer kurz vor der WM-Vergabe an Deutschland eine vertragliche Vereinbarung mit einem hochrangigen Fifa-Funktionär unterschrieben hat. Darin seien "diverse Leistungen" zugesagt worden.

In dem Dokument waren dem früheren FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner vier Tage vor der Standort-Entscheidung über die WM 2006 "diverse Leistungen" von deutscher Seite zugesagt worden. Das erklärte heute Rainer Koch, nach dem Niersbach-Rücktritt derzeit Interimspräsident des Deutschen Fußball-Bunds.

Direkte Geldleistungen seien aber nicht vorgesehen gewesen. Statt dessen Spiele, Ticketzusagen für WM-Spiele und eine Unterstützung von Trainern beim Kontinentalverband CONCACAF. Laut Koch hat der DFB keine Kenntnisse darüber, ob dieser Vertrag in Kraft getreten sei. Beckenbauer hat dies bislang nicht kommentiert.

Die Sportausschuss-Vorsitzende im Bundestag, Dagmar Freitag, hat Franz Beckenbauer zur Kooperation aufgefordert. „Der Schlüssel zur Aufklärung liegt, glaube ich, bei Franz Beckenbauer, der wie kein anderer in die gesamte Bewerbung involviert war. Und er täte dem deutschen Fußball und vielleicht auch sich selbst einen großen Gefallen, wenn er jetzt sein Schweigen brechen würde", sagte Freitag im Interview mit Sky Sport News HD. „Ich würde mir wünschen, dass er mit den Ermittlern - sowohl beim Deutschen Fußball-Bund als auch staatlicherseits - kooperiert. Es wäre im Sinne der Sache."

Für den ehemaligen FIFA-Mediendirektor Guido Tognoni ist nach dem Rücktritt von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach die Affäre um die WM 2006 noch lange nicht zu Ende: „Dass es jetzt einen Riesenwirbel, Opfer und Rücktritte gibt, kann es ja noch nicht gewesen sein. Irgendjemand in Deutschland muss doch wissen, was mit dem Geld los war. Jeder wäscht seine Hände einigermaßen in Unschuld. Ich erwarte schon die Aufklärung. Wir haben immer noch eine Zahlung von zehn Millionen Schweizer Franken, von der man nicht weiß, wohin sie ging, für wen sie letztlich bestimmt war, was damit bezweckt wurde", sagte Tognoni im exklusiven Telefoninterview gegenüber Sky Sport News HD: „Wolfgang Niersbach ist ein Opfer der Umstände geworden. Die Deutschen wollten eine WM, und sie mussten in einem hochkorrupten Umfeld eine WM holen. Und sie haben sie geholt mit den Mitteln, die man offenbar anwenden muss, um eine WM zu bekommen. Wenn die FIFA den Deutschen Fußball-Bund gewissermaßen erpresst hat - und danach sieht es ja aus - kann das nicht so stehen bleiben. Wenn die Deutschen eine Vorleistung bringen mussten, um das Geld zu bekommen, das ihnen eigentlich als WM-Veranstalter zusteht. Ich nehme es Wolfgang Niersbach sogar ab, wenn er sagt, 'ich wusste nicht alles, was da gelaufen ist'."

(Zuletzt geändert: Dienstag, 10.11.15 - 16:43 Uhr   -   4097 mal angesehen)

Nachrichten aus Bundesland und Landeshauptstadt

Foto: RTF.1
Olaf Scholz sagt Wahlkampftermine ab Der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz musste am Montag zwei Wahlkampfveranstaltungen in Baden-Württemberg absagen.
Foto: pixabay.com
Aktion Pendlerbrezel Im Rahmen der Aktion „Pendlerbrezel“ können sich Fahrradfahrer noch bis zum 24. September bei vielen Bäckereien in der Region eine Gratisbrezel ergattern.
Foto: RTF.1
"Mist, die versteht mich ja!" Florence Brokowski-Shekete über ihr Leben als Schwarze Deutsche Florence Brokowski-Shekete wurde als Kind nigerianischer Eltern in Hamburg geboren. Nachdem sie bei einer Pflegemutter in Buxtehude aufgewachsen war, nahmen ihre Eltern sie mit nach Nigeria - ein Land, das sie nicht kannte. So kehrte sie mit zwölf Jahren wieder nach Deutschland zurück - allein. Über ihre Erfahrungen als Schwarze Deutsche hat sie ein Buch geschrieben - mit dem Titel „Mist, die versteht mich ja!“ Und jetzt hat sie in der Reutlinger Stadtbibliothek daraus vorgelesen.

Werbung:

Weitere Meldungen