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Tübingen/Deutschland

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Chance gegen Onlineshopping: Tübingens OB Palmer will Läden Sonntagsöffnung erlauben

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer wirbt für die Sonntagsöffnung von Geschäften. So bekämen sie mehr Chancen, gegen das Internet-Shopping zu bestehen. Gerade die kleinen Fachhändler und Boutiquen würden den Innenstädten Flair und Charme verleihen, schreibt der Grünen-Politiker in einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung "Die Zeit".

Der Online-Boom ist nach Ansicht Palmers einer der Faktoren, die das Sterben des klassischen Einzelhandels vorantreiben. Ein weiterer: Große Einkaufszentren am Stadtrand. Solche aber würden Kommunen kaum noch genehmigen. Nun brauchen die Verwaltungen nach Ansicht des Grünen-Politikers auch die Entscheidungsfreiheit, Sonntagsöffnung nach den Gottesdiensten zu erlauben.

"Im Schutz der Sonntagsruhe gedeiht nicht das Christentum, sondern Amazon", schreibt Palmer unter der Überschrift "Die Tür macht auf!" in der Zeit. Die Altstadt von Tübingen sei selten voller als am Sonntag. "Es ist paradox: Die Menschen kommen dann zu uns, wenn die Läden zu sind", so der Oberbürgermeister. Um gegen den Internethandel bestehen zu können, müsse der Handel in den Innenstädten auf Service und Erlebnis setzen: "Begegnung und Beratung, Kaffee und Kauflaune". Diese Stärken könne der Handel aber nur bei Menschen ausspielen, die Zeit haben.

Palmer will dem Einzelhandel die Flexibilität geben, über einen Ruhetag selbst zu entscheiden. So wie es im Friseurhandwerk üblich sei, samstags zu arbeiten und montags zu schließen. Sonntagsarbeit sei ohnehin für sechs Millionen Beschäftigte bereits heute die Regel.

Palmer betont: "Wer seinen Arbeitsplatz im Einzelhandel verliert und als Paketbote anheuern muss, weil der Umsatz am Sonntag ins Internet wandert, wird mehr einbüßen als die Sonntagsruhe." Der Schutz des Sonntags sollte laut Palmer "kein Dogma sein, sondern eine Abwägung".


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