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Baden-Württemberg

Foto: RTF.1
Landtag gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

Vor 80 Jahren, am 27. Januar 1945, befreite die Rote Armee die Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Deshalb ist der 27.Januar in Deutschland - seit 1996 auch offiziell - der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Auch im Landtag von Baden-Württemberg hat es deshalb am Montag eine zentrale Gedenkfeier gegeben.

Mit einem stillen Gedenken am Stuttgarter Mahnmal für die Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft begann der Gedenktag für die Landtagsdelegation um Landtagspräsidentin Muhterem Aras. Zudem erinnerte ein Kranz an die Opfer des Nationalsozialismus.

Und auch im Plenarsaal des Landtags deuteten Kränze darauf hin, dass der 27. Januar eben kein Tag wie jeder andere ist. Aras hob in erster Linie die Wichtigkeit derartiger Gedenktage hervor.

"Ich glaube es ist immer wichtig, weil wir nur die Zukunft aufbauen können wenn wir unsere Vergangenheit kennen. Wir müssen wissen, wie es angefangen hat. Auch in der NS-Zeit hat es nicht mit dem Bau von Konzentrationslagern angefangen, sondern viel früher. Mit Ausgrenzung, mit Diffamierung und wir wissen, wo es hingeführt hat – in ein Menschheitsverbrechen" sagte Aras.

Auch nach 80 Jahren müsse man deshalb die Erinnerung wachhalten, um eine Wiederholung derartiger Ereignisse zu verhindern. Auch aktuell sei dies wieder wichtiger denn je.

"Wir haben eine Zeit, in der Populisten und Rechtsextreme weltweit Zuspruch und Zulauf erfahren. Und wir sehen, dass Demokratien eher weniger werden. Also der Anteil der Menschen, die in Demokratien leben, wird geringer. Und umso wichtiger ist, dass wir uns gegen Rechtsextreme und Populisten hin stellen und dass wir sagen: Wir lassen unsere Gesellschaft nicht auseinander dividieren" sagte die Landtagspräsidentin.

Dem Tenor von Aras stimmten auch die anderen Beteiligten im Landtag zu. Michael Kashi vertrat als Vorstandsmitglied die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs und Professor Martin Sabrow vom Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam zeichnete in einem Vortrag Entstehung und Wirkung der deutschen Gedenkkultur nach.

Im Anschluss folgten Redebeiträge von Jugendlichen aus der Stadtgesellschaft und des Vereins Weissenburg. In Zukunft ginge es laut der Landtagspräsidentin vor allem darum, weiter auf das Thema aufmerksam zu machen.

"Es geht darum, dass wir Menschenfeindlichkeit, Ausgrenzung, Diffamierung und Beleidigung nicht einfach hinnehmen, sondern diesen Menschen die Rote Karte zeigen und dass wir letztendlich Menschlichkeit und Empathie zeigen. Wir müssen ja nicht einer Meinung sein mit dem anderen, aber jeder Mensch hat eine Würde" appellierte Aras.

Diesen Leitgedanken müssten die Menschen in sich tragen. Für die Zukunft appellierte Aras an die Bürger, Zivilcourage zu zeigen, um Hass, Hetze und Antisemitismus in die Schranken zu weisen.


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