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Metzingen

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Wie die Begegnungsstätte Café Kyjiw Geflüchteten hilft

Zwei Tage nach Kriegsbeginn in der Ukraine hat sich in Metzingen der Verein „Ermstal hilft“ gegründet. Seither ist fast wöchentlich ein Hilfskonvoi mit Spenden vor Ort in der Ukraine. Doch auch für die Geflüchteten in der Region möchte der Verein etwas tun - und hat daher unter anderem das Projekt „Café Kyjiw“ ins Leben gerufen.

Das Kultur Forum Metzingen. An jedem ersten Donnerstag im Monat verwandelt es sich in das Café Kyjiw - eine Begegnungsstätte für Geflüchtete aus der Ukraine. Die Idee kam Susanne Hoppenkamps vom Kultur Forum Metzingen nach einem Flohmarkt, den sie zugunsten des Vereins „Ermstal hilft" nach Kriegsbeginn veranstaltet hatte. Dort war sie Ukrainnerinnen und ihren Kindern begegnet, die ihr ziemlich verloren vorkamen. Am nächsten Morgen hatte sie die Idee, eine Plattzform für diese Menschen zu schaffen. Zusammen mit dem Verein „Ermstal hilft" und mit finanzieller Unterstützung der Metzinger Stadtverwaltung wurde die Idee innerhalb kürzester Zeit in die Realität umgesetzt.

Café Kyjiw ist gut besucht

Beim ersten Café Kyjiw hatte Susanne Hoppenkamps vom Kultur Forum Metzingen mit etwa 30 Geflüchteten gerechnet. Tatsächlich waren es dann über 80 Personen.

„Wir waren völlig überfordert. Wir haben gleich gemerkt, wir brauchen viel mehr Dolmetscher, um die Sprachbarriere zu lösen. Und wir haben gemerkt, dass wir von außen einfach viel mehr Unterstützung brauchen", erklärte Hoppenkamps.

Hugo Boss sichert den Betrieb für ein Jahr

Mehr Dolmetscher, mehr Ehrenamtliche. Gut, dass ein weiterer Partner gefunden wurde, der das Projekt unterstützen wollte. Sinan Piskin von der Hugo Boss AG stellt mit einem Scheck von 6.000 Euro sicher, dass das Café Kyjiw auch die nächsten 12 Monate als Begegnungsstätte betrieben werden kann. Piskin erklärt, dass

„Es geht uns hier in der Gesellschaft oder hier im Land sehr gut und da ist es auch wichtig, etwas zurückzugeben. Solange wir die Möglichkeit haben, werden wir das tun. Und es freut uns, dass wir das heute auch im Namen der Hugo Boss Belegschaft tun konnten", erklärte Piskin im Interview.

Ukrainische Patinnen heißen neue Geflüchtete willkommen

Ein weiteres Vereins-Projekt sind die sogenannten Patinnen, die sich um neu ankommende Flüchtlinge aus der Ukraine kümmern.

„Das Ankommen hier und das Integrieren hier, das geht nur auf der menschlichen Ebene. Das kann über einen Job gehen, aber eigentlich geht es einfacher und schneller über persönliche Kontakte zu den „Eingeborenen" sage ich mal salopp. Und das Patinnen-Projekt zeigt auch deutlich, dass sie (Anm. d. Red.: Die Ukrainer) angekommen sind, weil sie sich engagieren wollen für die, die nachkommen", erklärt Holger Weiblen vom Verein „Ermstal hilft".

Tetiane Muravlova wohnt seit Februar in Deutschland. Sie unterrichtet mittlerweile in der Neugreutschule Metzingen und gibt Kurse in der VHS. Als Patin will sie jetzt ihre Landsleute, auf die in Deutschland oft niemand wartet, unterstützen, indem sie beispielsweise Behörden- oder Arztbesuche begleitet oder einfach zeigt, wo es verschiedene Spielplätze gibt.

Spenden werden weiterhin dringend benötigt

Wer den Verein Ermstal hilft bei seiner Arbeit unterstützen möchte, kann sich auf https://www.ermstal-hilft.de/ melden oder direkt spenden.


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