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Eningen unter Achalm / Tübingen

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Blutreserven werden knapp - BWeins-Team geht zum Blutspenden

In Deutschland werden die Blutreserven knapp, das Deutsche Rote Kreuz bittet aktuell immer wieder dringend um Blutspenden. Denn Blut ist ein wichtiger Rohstoff in der Medizin, eine Spende kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten helfen. Auch in der BWeins-Redaktion kam dieser Aufruf an - ein Teil des Teams entschied sich daher, selbst Blut zu spenden. Nebenbei haben wir uns den Ablauf einmal näher erläutern lassen, und das wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten. Vorab aber noch eine Trigger-Warnung: Im Video-Beitrag wird Blut zu sehen sein.

Nachdem die Montags-Nachrichtensendung in trockenen Tüchern war, machte sich ein Teil des BWeins-Teams auf den Weg zur Blutspendezentrale Tübingen. Für alle Beteiligten ist es heute die erste Vollblutspende – ein bisschen Aufregung ist da wahrscheinlich ganz normal. Als Gruppe fällt so eine Aktion aber deutlich leichter – das merken wir alle schnell.

Immer weniger Menschen spenden Blut

Auch wenn die Blutspendezentrale an diesem Abend gut besucht zu sein scheint, gibt es leider einen rückläufigen Trend beim Blutspenden.

Dr. med. Stefanie Nowak-Harnau, die Leiterin der Blutspende bei der Blutspendezentrale Tübingen, erklärt, dass man auch beim bundesweiten Aufkommen der Vollblutspenden beim Paul-Ehrlich-Institut einen Rückgang vermeldet. Auch durch die Corona-Pandemie sind die Zahlen der Blutspenden deutlich zurückgegangen, viele mussten nach einer Infektion lange warten, bis sie überhaupt wieder spenden durften.

DRK Baden-Württemberg: Versorgung ist aktuell nicht mehr gesichert

Das DRK Baden-Württemberg vermeldete jüngst, dass die Versorgung aktuell nicht mehr gesichert sei. Aber warum ist das so? Dr. med. Stefanie Nowak-Harnau denkt, dass es ein demografisches Problem ist. Viele ältere Menschen wären ortsgebunden mehrmals im Jahr zur Spende gekommen, jüngere Menschen wechseln häufiger den Wohnort, seien nicht die typischen Dauerspender, die mehrmals im Jahr kämen. (Anmerk. d. Red.: Männer dürfen sechs mal im Jahr, Frauen vier mal spenden).

Vor der Spende ausreichend trinken und essen

Spenden können Menschen zwischen 18 und 72 Jahren, die mindestens 50 Kilo wiegen. Vor der Spende sollte man ausreichend getrunken und gegessen haben, denn die Blutentnahme kann sich durchaus kurzfristig auf den Kreislauf auswirken. Wer spenden möchte, sollte außerdem vor ein bisschen Bürokratie nicht zurückschrecken. Eine Untersuchung und ein Arztgespräch gehören vor der Spende ebenfalls dazu.Das entnommene Blut wird im Anschluss auf Krankheiten untersucht – ein kostenloser Check Up quasi.

„Es gibt viele Gründe Blut zu spenden, aber der beste Grund ist es, selber zu wollen. Und wahrscheinlich ist es auch schön zu wissen, dass man damit hilft", so Nowak-Harnau.

Über alle Voraussetzungen so wie über den konkreten Ablauf, kann man sich auch auf der Homepage der Blutspendezentrale Tübingen informieren.

Ein halber Liter Blut in 10 Minuten

Unsere Praktikantin Jana hatte sich bei einem Sturz vom Fahrrad verletzt und durfte leider nicht spenden. Für die restlichen Vier ging es dann aber los – ein halber Liter Blut wird in etwa 10 Minuten entnommen.

Die Vollblutspende wird im Anschluss in drei Teile getrennt: der Teil mit den roten Blutkörperchen wird in den folgenden fünf Wochen für Patienten verwendet. Das Blutplasma wird tiefgefroren, und der übrige Teil wird zum Beispiel für Thrombozyten-Konzentrate verwendet und muss innerhalb von vier Tagen verbraucht werden.

Plasmaspender dringend benötigt

Hier in der Blutspendezentrale Tübingen kann aber auch nur das Plasma gespendet werden – und das mit bis zu 60 Mal im Jahr deutlich häufiger als eine Vollblutspende.

„Wir brauchen sehr viel Plasma, nicht nur in Deutschland, sondern auf europäischer Ebene, um eben daraus Plasma-Präparate herzustellen für Patienten. Zum Beispiel Immunglobuline. Und das ist eine Spende, bei der man länger Zeit braucht. Man muss eine gute halbe Stunde die Nadel im Arm lassen und an einer Maschine sitzen, die das Flüssige und das Feste trennt. Wir behalten das Plasma hier, das wird auch tiefgefroren, dann weitergegeben und dann in großen Mengen weiterverarbeitet, um diese Spezialpräparate herzustellen", erklärt Nowak-Harnau.

Anerkennung, 25 Euro und ein Vesper

Für die Blutspende hier in der stationären Blutspendezentrale Tübingen erhalten alle Spender eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro. Nach einer Ruhepause, können sich alle Spender dann noch in der Cafeteria stärken.

Und am Ende? Da hatten wir das Gefühl, etwas sehr Sinnvolles getan zu haben. Und für uns alle ist klar: es war zwar die erste, aber sicher nicht die letzte Blutspende.


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