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Reutlingen

Foto: RTF.1
Blick hinters Gerüst: Renovierungsarbeiten am Turm der Marienkirche

Seit Mai letzten Jahres wird der Turm der Marienkirche in Reutlingen umfassend renoviert. Ein Gerüst verbirgt den Blick auf das Wahrzeichen der Stadt. Bei einer Besichtigung der Arbeiten bot sich RTF.1 ein einzigartiger Blick auf die Marienkirche.

Die Marienkirche in Reutlingen wurde zwischen 1247 und 1342 erbaut und gehört somit zu den schönsten und bedeutendsten Bauten der Gotik.

Bei solch einem stolzen Alter ist es keine Überraschung, dass der Turm der Kirche auch mal renoviert werden muss. Denn Wind und Wetter hinterlassen Spuren an dem 700 Jahre alten Gebäude. Die Arbeiten werden in schwindelerregenden Höhen durchgeführt.

Flüssiges Blei für die Fugen

Bei der Renovierung wird allerdings abgewogen, was erneuert wird und was nicht, erklärt der verantwortliche Architekt, Albert Hörz. "Wenn Steine an der Oberfläche abgeschliffen sind vom Wind, dann lassen wir sie so. Wir wollen das Haus ja nicht als neues Haus errichten. Den Zahn der Zeit darf man sehen."

Senkrechte Fugen werden beispielsweise mit flüssigem Blei vergossen. So lebe die Fuge länger, erklärt Hörz.

Tonnenschwerer neuer Wasserspeier

Dinge, die dem gotischen Aussehen dienen, müssen allerdings erneuert werden. Genauso wie Gebäudeteile, die absturzgefährdet sind.

Das war bei Teilen des Geländers vom Turmumgang der Fall und bei einem Wasserspeier, der in der Längs- und Querrichtung gerissen war. Ihn durch eine neuere Version zu ersetzen, war auch gleichzeitig die größte Herausforderung bei den Arbeiten.

Der Wasserspeier ist nämlich zwischen dem Mauerwerk und einem Türmchen, einer sogenannten Fiale, eingeklemmt. Die Fiale musste komplett abgebaut werden, dabei durfte nichts kaputt gehen. Dann musste der neue, aber tonnenschwere Wasserspeier erst einmal seinen Weg nach oben finden: das war eine schwierige Angelegenheit. Dafür mussten Teile des Gerüsts entfernt werden, um den Wasserspeier hochziehen zu können. Nachdem er an seinen Platz verpflanzt wurde, wurde die Fiale wieder Stück für Stück oben drauf gesetzt.

Zum Glück hat ein anderer Wasserspeier nur einen neuen Kopf bekommen. Dieser fügt sich nahtlos an den alten Körper.

Die Kosten der Renovierungsarbeiten belaufen sich auf knapp über 1 Million Euro. Ende Juli kommt das Gerüst weg. Dann haben Fußgänger wieder freie Sicht auf das Wahrzeichen der Stadt.


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