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Reutlingen

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Eduard-Lucas-Haus soll wieder mit Leben gefüllt werden

Viele kennen die landschaftsprägenden Streuobstwiesen in der Region. Doch wenige wissen, dass der Pomologe Eduard Lucas mit seinen Arbeiten maßgeblich daran mitgewirkt hat. Der Pomologe gründete im Jahr 1860 eine private Lehranstalt für Gartenbau, Obstkultur und Pomologie in Reutlingen. Dort, in der Pomologie, steht heute auch noch sein Wohnhaus, in dem er wirkte und lebte. Derzeit befindet sich nur ein Streuobstzentrum darin, das aber nicht immer geöffnet ist. Doch bald schon haben Besucher die Möglichkeit, das ganze Gebäude zu besichtigen.

Am Rande der Pomologie in Reutlingen liegt fast unscheinbar das Eduard-Lucas-Haus. Hier lebte sein Namensgeber, Eduard Lucas, vor über 100 Jahren. Der Pomologe gehört zu den bedeutendsten Vertretern der Obstbaukunde. Und hier gründete er eine private Lehranstalt für Gartenbau, Obstkultur und Pomologie, das Pomologische Institut, das weit über Reutlingen hinaus bekannt war: "Eduard Lucas hatte hier 3000 Baumwarte ausgebildet", erzählt der Geschäftsführer des Kreisobstverbandes, Ulrich Schroefel. Die Leute seien aus ganz Europa hierher gesandt worden. So auch Knud Knudsen aus Norwegen, ein skandinavischer Fotopionier, der in die Achalmstadt kam, um sich im Obstbau weiterzubilden. "Von hier aus wurde der Obstbau in ganz Europa geprägt und Europa hinaus."

Eduard-Lucas-Haus bei Garden Life geöffnet

Und das Wohnhaus von Eduard Lucas ist ein ungeschliffener Edelstein, so die Worte des Oberbürgermeisters Thomas Keck. Derzeit wird es nämlich nicht großartig verwendet. Doch zur Garden Life Veranstaltung vom 26. bis zum 29. Mai öffnet es seine Türen für Besucher. Dort kann zum Beispiel eine Ausstellung mit Fotos des Norwegers Knud Knudsen betrachtet werden: er hat die ersten Aufnahmen von Reutlingen gemacht, die beispielsweise zeigen, wie der Hauptbahnhof im Jahr 1862 aussah.

Und das Programm bietet noch mehr. Im Keller sind Lesungen geplant: am Donnerstag werden Geschichten von Eduard Lucas vorgelesen, am Samstag gibt's eine Krimilesung mit Veit Müller. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt sein, natürlich mit Obstseccos, Apfelsäften und Obstkuchen. Das komplette Programm finden Sie auf der Homepage der Garden Life.

Künftige Pläne für das Haus

Die Garden Life endet dann am 29. Mai, doch das Eduard-Lucas-Haus soll auch in Zukunft geöffnet bleiben. Hier sollen eines Tages Informationen rund um die Themen Obstanbau und Pflege von Streuobstwiesen bewahrt und an die Bürger vermittelt werden in Veranstaltungen, Kursen und Events. "Wir wollen die Geschichte von Eduard Lucas in die Zukunft bringen", erläutert Schroefel die Pläne, "wir wollen langfristig diese herrliche Kulturlandschaft der Streuobstwiesen erhalten und dazu soll dieses Streuobstzentrum dienen."

Doch das sei noch Zukunftsmusik. Das Gebäude müsse nämlich erst einmal übernommen werden. Derzeit gehört es der GWG. Außerdem muss es auch renoviert werden. Das könnte bis zu einer Million Euro kosten. Deshalb brauche es finanzielle Unterstützung, betonen der Geschäftsführer Schroefel sowie der Vorsitzende des Kreisobstverbandes, Ralf-Michael Röckel. Und dann, so der Traum, könnte im Eduard-Lucas-Haus eines Tages wieder Leben einziehen.


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