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Landkreis Reutlingen

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Projekt "BaP - Barriefreie Pflege" soll ganzheitliche Versorgung ermöglichen

Menschen mit einer geistigen oder seelischen Behinderung leben oft in der eigenen Wohnung. Dort werden sie von erfahrenen Fachkräften von der BruderhausDiakonie oder der Samariterstiftung versorgt. Doch wenn sie zusätzlichen Pflegebedarf entwickeln, braucht es weitere Experten aus ambulanten Pflegediensten. Zwei Expertisen kommen hier also zusammen, Eingliederungshilfe und Hilfe zur Pflege, die sich jedoch im Alltag nicht begegnen. Diese beiden Gruppen aber zusammenzubringen und eine ganzheitliche Versorgung zu ermöglichen, war Ziel des Projekts „Barrierefreie Pflege“, das der Landkreis Reutlingen gemeinsam mit der BruderhausDiaonie und der Samariterstiftung ins Leben gerufen hat.

Der Landkreis Reutlingen versteht sich als inklusiver Landkreis. So findet beispielsweise alljährlich das inklusive Kulturfestival „Kultur vom Rande" in Reutlingen statt. Im Fokus steht hier das Zusammenspiel zwischen Menschen mit und ohne Behinderung. Doch bisher fehlte eine Antwort auf die Frage: wie lässt sich die Situation von Menschen mit einer Behinderung und zusätzlichem Pflegebedarf verbessern? Darüber machten sich der Landkreis, die BruderhausDiakonie und die Samariterstiftung Gedanken. "Wir erleben es immer wieder, dass Menschen mit Behinderung, die mit einer guten ambulanten Versorgung zu Hause leben können, in dem Moment, in dem sie pflegebedürftig werden, in eine stationäre Einrichtung müssen, weil Pflegedienste schlicht und einfach noch nicht so auf die besonderen Bedürfnisse für Menschen mit Behinderung eingestellt sind", erzählt der Sozialdezernent des Landkreises Reutlingen, Andreas Bauer.

Es müsse aber doch möglich sein, so die Überlegung, Teilhabeassistent und Pflegedienst zusammenzubringen, um eine ganzheitliche Versorgung zu gewährleisten. So entstand gemeinsam mit der BruderhausDiakonie und der Samariterstiftung die Idee zum Projekt „BaP - Barriefreie Pflege im Landkreis Reutlingen". Die Idee ist bereits 2016 entstanden, doch umgesetzt werden konnte sie erst 2019, nachdem das Sozialministerium das Projekt mit 260.000 Euro förderte.

Gemeinsam mit dem Sozialministerium und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, die das Projekt wissenschaftlich begleitete, wurden zwei Ergebnisse erarbeitet, wie eine optimale Versorgung erreicht werden könnte: Das erste Ergebnis sei, erklärt Christian Freisem von der BruderhausDiakonie, künftig Workshops anzubieten, in denen ambulanten Pflegediensten und Mitarbeitern der Behindertenhilfe die Sichtweisen und Grundlagen der jeweils anderen Tätigkeit vermittelt werden. Ein weiteres Resultat ist die Anwendung eines Case Managements: das heißt, pflegerische Versorgung und Alltagsbetreuung werden  von einer verantwortlichen Person koordiniert.

Und damit auch andere Landkreise dieses Projekt umsetzen können, wird ein Handlungsleitfaden erstellt, der in den nächsten Jahren möglichst weit verbreitet werden soll.


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