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Reutlingen

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Projekt "Kinder in Bewegung" an der Jos-Weiß-Schule gegen mangelnde Bewegung

80 Prozent der Kinder und Jugendlichen bewegen sich nicht ausreichend. Das geht aus Statistiken der Weltgesundheitsorganisation hervor. Dabei ist Bewegung aber gerade in jungen Jahren wichtig, denn so entstehen wichtige Vernetzungen im Gehirn. Um dies zu fördern, hat der Verein Kreisverkehrswacht Reutlingen-Münsingen gemeinsam mit dem Landratsamt Reutlingen das Projekt „Kinder in Bewegung“ ins Leben gerufen.

Wenig Bewegung hat dramatische Folgen

Bewegung im Kindesalter ist besonders wichtig. Allerdings hat der Bewegungsmangel in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Das hat erhebliche Folgen für die Kinder, erzählt Thomas Steigenberger. Der erste Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Reutlingen-Münsingen macht seit 38 Jahren Verkehrsprävention bei der Polizei und hat eine dramatische Entwicklung beobachtet: heutzutage könnten Kinder gar nicht mehr oder nur schlecht Fahrrad fahren. "Wenn Kinder zur Radfahrausbildung kommen, heulen sie, weil sie sich genieren zu sagen: 'Ich kann nicht Radfahren'." Die Kinder würden zudem stark unter dem Bewegungsmangel leiden, damit einher gehen nämlich auch ein geringes Selbstwertgefühl oder das Gefühl, ausgegrenzt zu werden.

Ohne ausreichende Bewegung werden auch wichtige Vernetzungen im Gehirn nicht etabliert. Dann fällt es Kindern schwerer zu lesen oder Zusammenhänge zu erfassen. Diese Defizite später aufzuholen sei schwierig, erklärt Steigenberger. Besonders betroffen seien Kinder aus sozial schwachen Familien oder diejenigen, die keinem Sportverein angehören. Die Corona-Situation habe das alles noch verschlimmert. Um diese Kinder zu erreichen, hat Thomas Steigenberger gemeinsam mit dem Landkreis Reutlingen das Projekt „Kinder in Bewegung" ins Leben gerufen. Hier geht es darum, Bewegung im Schulalltag einzubauen.

Mit Bewegung lernen

Der Münsinger Spielzeughersteller Pedalo stellt die Geräte zur Verfügung: Stelzen, Pedalos und Hula-Hoop-Reifen können in den Pausen genutzt werden, andere, wie zum Beispiel Lernräder, werden im Unterricht verwendet. "Das Lernrad kann für alle Unterrichtsarten in der Grundschule benutzt werden, sei es für Deutsch oder Mathematik", so Steigenberger. Das Kind bekommt eine Aufgabe gestellt wie "3+3 gibt 6" und muss dazu eine Bewegungsaufgabe vollbringen. "Das macht den Kindern entsprechend Spaß und so wird es auch verinnerlicht."

Außerdem werden die Lehrer der drei Pilotschulen, darunter die Jos-Weiß-Schule in Reutlingen, darin geschult, wie eine Kindesentwicklung abläuft und welche Spielformen in welchem Alter wichtig sind.

Schirmherrin des Projekts ist Radsportlerin und Olympiasiegerin Franziska Brauße. Weitere Unterstützer sind die AOK, der Förderverein für Kriminal- und Verkehrsprävention und das Spendenparlament Reutlingen. Das langfristige Ziel ist es, das Projekt auf alle Schulen auszuweiten.


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