BWeins - Am Puls des Landes

Am Puls des Landes

Landtag in Stuttgart Plenarsitzung im Landtag Neues Schloss in Stuttgart Schlossplatz in Stuttgart

>> BWeins-Sendung in der Mediathek

Stuttgart / Berlin

Foto: pixabay.com
Verfasser von bundesweit versandten Drohschreiben verhaftet # Pärchen hinter "MIEZE" und "RAZ" enttarnt

Beamte des Landeskriminalamts BW haben nach zeitgleichen Hausdurchsuchungen in Stuttgart und Berlin zwei Verfasser einer Vielzahl von Drohbriefen verhaftet. Das Pärchen hatte seit Dezember 2019 in fünf Wellen bundesweit Drohbriefe an Politiker, Behörden, Ministerien und Verkehrsverbünde verschickt. Diese wurden unter Androhung von Gewalt aufgefordert, Missstände zu beseitigen. Das Pärchen wird auch für mehrere Brandsätze verantwortlich gemacht. Unterzeichnet waren die Drohschreiben mit "īMIEZE" und "RAZ".

Beamte der Abteilung Staatsschutz des Landeskriminalamts Ba￾den-Württemberg durchsuchen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart seit 6 Uhr fünf Objekte in Berlin und Stuttgart. Bei der Durchsuchung wurden Haftbefehle gegen eine 39-jährige Frau und einen 38-jährigen Mann vollstreckt.

Drohbriefe in fünf Wellen

Den beiden wird vorgeworfen, seit Dezember 2019 in insgesamt fünf Wellen Drohbriefe an eine Vielzahl von Empfängern verschickt zu haben. Die Taten stehen im Zusammenhang mit einer bundesweiten Serie von an Politiker, Behörden, Ministerien und Verkehrsverbünde gerichtete Drohschreiben sowie einer versuchten Brandstiftung und einer Verabredung dazu.

In ihren Schreiben forderten die nun Festgenommenen die Empfänger unter Androhung von Gewalt insbesondere auf, Missstände in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen zu beseitigen und politische Maßnahmen auf die Bedürfnisse der Bevölkerung, statt auf Wirtschaftslobbyisten, zu fokussieren. Zur Untermauerung der Forderungen waren den Schreiben Platzpatronen, Streichhölzer, Grillanzünder oder auch Messer beigelegt.

Brandsätze gelegt: Vorwurf der mehrfachen Brandstiftung

Dem Pärchen wird überdies vorgeworfen, im August 2020 einen Brandanschlag auf ein Gebäude der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg (Bayern) begangen zu haben. Eine erhebliche Brandwirkung wurde nur durch den glücklichen Umstand verhindert, dass der verwendete Brandsatz nicht so zündete, wie von den Tätern beabsichtigt

Ferner stehen die Beschuldigten im Verdacht, ebenfalls im August 2020 im Bereich des Privatanwesens eines Unternehmers in Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen) einen Brandsatz abgelegt, diesen jedoch nicht gezündet zu haben.

Unterzeichnet mit "MIEZE" und "RAZ"

Die Beschuldigten unterzeichneten die Drohschreiben sowie die im Nachgang zu den Taten bekannt gewordenen Bekennerschreiben mit „MIlitantE ZellE (MIEZE) - vereint im Kollektiv der Revolutionären Aktionszellen (RAZ)".

Den nunmehr erfolgten Maßnahmen des Landeskriminalamts Baden-Württemberg waren den Angaben zufolge monatelange, intensive Ermittlungen in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Mittelfranken (Bayern), dem Landeskriminalamt Berlin sowie dem Polizeipräsidium Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) vorausgegange. Diese wurden zunächst unter Leitung des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof geführt und inzwischen an die Staatsanwaltschaft Stuttgart abgegeben.

Foto: Symbolbild. Die dort gezeigte Katze hat mit den Taten des verhafteten Pärchens nichts zu tun.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Stuttgart und des Landeskriminalamts Baden-Württemberg (LKA)

(Zuletzt geändert: Freitag, 30.10.20 - 22:18 Uhr   -   800 mal angesehen)

Nachrichten aus Bundesland und Landeshauptstadt

Foto: RTF.1
Spürbares Erdbeben auf der Schwäbischen Alb Teile der Schwäbischen Alb sind am frühen Morgen von einem leichten, spürbaren Erdbeben erschüttert worden. Das Zentrum lag bei Burladingen im Zollernalbkreis.
Foto: RTF.1
Prozessbeginn nach Geiselnahme Vor dem Landgericht Hechingen muss sich ab heute ein 28-jähriger Mann verantworten, der im Sigmaringer Landratsamt eine Mitarbeiterin bedroht haben soll.
Foto: RTF.1
Wirtschaft muss sich umstellen Mit der neuen asiatischen Freihandelszone RCEP müssten sich auch die heimischen Unternehmen umstellen, heißt es von Seiten der Industrie- und Handelskammer Reutlingen.

Werbung:

Weitere Meldungen