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Deutschland / Neckar-Alb

Foto: Bild von Simon Orlob auf Pixabay
"In 28 Tagen sind alle Intensivbetten belegt!" - Kassenärztliche Vereinigung warnt vor Kollaps

Die Kassenärztliche Vereinigung warnt vor einem Kollaps des deutschen Gesundheitssystems: Eine Modellrechnung habe ergeben, dass in 28 Tagen alle Intensivbetten in Deutschland belegt sind. In Tübingen sind heute bereits 90 % aller Intensivbetten belegt. In Reutlingen sind 72 % belegt. Im Zollernalbkreis sind 79% belegt. Derzeit werden in der Region 4 Covid19-Patienten beatmet. Insgesamt verfügt die Region Neckar-Alb noch über 34 freie Intensivbetten.

Aufgrund der aktuellen Fallzahlen hat das Zentralinstitut der Kassenärztlichen Vereinigung berechnet, dass in - Stand: 27.10.2020 - voraussichtlich 28 Tagen deutschlandweit alle Intensivbetten belegt sein werden.

Aus den Informationen geht nicht hervor, ob in dieser Berechnung die Notfallreserve an Intensivbetten bereits eingereichnet ist oder nicht,

Zahl der CoviD-19-Patienten auf Intensivstationen steigt rasant

Dem Intensivregister DIVI zufolge sind alleine heute deutschlandweit 377 neue Covid-19-Patienten auf die Intensivstationen verbracht worden. Gleichzeitig wurde heute bei 269 Patienten die Behandlung abgeschlossen. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den deutschen Intensivstationen hat somit heute per Saldo um 108 Patienten zugenommen.

Fast 50% der neuen Covid-Patienten mussten beatmet werden. Auf den bundesdeutschen Intensivstationen liegen nun 1.470 Menschen. Vor einer Woche waren es noch 879 Intensiv-Patienten. Die Zahl der CoviD19-Patienten auf den Intensivstationen hat somit innerhalb einer Woche deutschlandweit um 591 Patienten zugenommen.

53% der intensiv-beatmeten Patienten sterben

Einer neuen Studie zufolge versterben rund 17% der Covid-19-Patienten, die auf eine Intensivstation eingeliefert werden. Von denjenigen Intensivstation-Patienten, die invasiv beatmet werden, verstirbt der Studie zufolge über die Hälfte, nämlich 53%.

Freie Kapazitäten in der Region Neckar-Alb

Der TV-Sender n-tv.de gibt - Stand 27.10.2020 - auf Basis der DIVI-Zahlen für die Region Neckar-Alb folgende Intensivbetten-Kapazitäten an: 

Ausgewiesen ist untenstehend jeweils die Gesamtzahl an Intensivbetten, die Anzahl der belegten Intensivbetten und der freien Intensivbetten. Angegeben ist auch die Zahl der CoviD19-Patienten und die Zahl der beatmeten CoviD19-Patienten.

Insgesamt verfügt die Region Neckar-Alb über 204 Intensivbetten. Davon sind derzeit 170 Intensivbetten belegt. Unter den Intensivpatienten befinden sich 4 CoviD19-Patienten, die beatmet werden.

Die Region Neckar-Alb verfügt somit - Stand 27.10.2020 - noch über 34 freie Intensivbetten.

Im Einzelnen sind das

 

.. in Reutlingen:

Intensivbetten gesamt: 50

Intensivbetten belegt: 36

Freie Intensivbetten (Anzahl): 14

Freie Intensivbetten (Prozent): 28%

CoviD19-Patienten: 0

Davon beatmet: 0

 

.. in Tübingen:

Intensivbetten gesamt: 107

Intensivbetten belegt: 96

Freie Intensivbetten (Anzahl): 11

Freie Intensivbetten (Prozent): 10,3 %

CoviD19-Patienten: 4

Davon beatmet: 3

 

.. im Zollernalbkreis:

Intensivbetten gesamt: 28

Intensivbetten belegt: 22

Freie Intensivbetten (Anzahl): 6

Freie Intensivbetten (Prozent): 21,4 %

CoviD19-Patienten: 1

Davon beatmet: 1

 

.. in Sigmaringen:

Intensivbetten gesamt: 19

Intensivbetten belegt: 16

Freie Intensivbetten (Anzahl): 3

Freie Intensivbetten (Prozent): 15,8 %

CoviD19-Patienten: 0

Davon beatmet: 0

 

Notfallreserve von 12.775 Intensivbetten

Derzeit sind in Deutschland dem DIVI zufolge 21.717 Intensivbetten belegt, und 7682 Intensivbetten sind noch frei. Dazu kommt eine Notfallreserve von 12.775 Intensivbetten, die innerhalb von rund einer Woche einsatzfähig gemacht werden können. 

Darüber hinaus hält die EU Vorräte an Beatmungsgeräten für besonders betroffene Länder in Reserve. So wurden vor wenigen Tagen von der EU insgesamt 30 Beatmungsgeräte für das besonders stark betroffene Tschechien freigegeben.

Spahn stornierte im September 8.500 Beatmungsgeräte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor wenigen Wochen bei der Firma Dräger Bestellungen über rund 8.500 zusätzliche Beatmungsgeräte storniert. Diese hatte die Bundesrepublik bereits während der ersten CoviD-19-Welle bestellt. Die Firma Dräger hatte bislang aber erst rund 1.500 Beatmungsgeräte geliefert. Den noch nicht gelieferten Teil hat das Bundesgesundheitsministerium Mitte September 2020 storniert: Aufgrund der aktuellen Entwicklung war man laut NDR-Informationen zum Schluss gekommen, diese nicht mehr zu benötigen. 

Erstveröffentlichung: 27.10.2020

Jüngste Aktualisierung:  29.10.2020-01:28

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 29.10.20 - 01:29 Uhr   -   5054 mal angesehen)

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