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Reutlingen/Region Neckar-Alb

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Tief nach Jahren der Hochkonjunktur - IHK stellt Ergebnisse der Umfrage für Herbst 2019 vor

Nach Jahren der Hochkonjunktur folgt jetzt ein starker Rückgang in der Region Neckar-Alb. Das hat die Konjunkturbefragung der IHK für den Herbst 2019 ergeben. Die anhaltende weltpolitische Unsicherheit aber auch Handelsstreitigkeiten würden sich hier deutlich bemerkbar machen. Grund zur Sorge besteht zwar noch nicht - der Konjunkturklimaindex befindet sich weiterhin im positiven Bereich - trotzdem: Handeln sei angesagt.

Fünf vor zwölf – so beschreibt IHK-Präsident Christian O. Erbe die Lage der Konjunktur in der Region Neckar-Alb. Die Unternehmen sind unzufriedener als noch vor einigen Monaten. Jetzt, so Erbe, sei es an der Zeit vom Sofa aufzustehen und zu handeln.

Man müsse sich klar werden, dass man stark investieren müsse. Das gelte für Bund, Land und die Kommunen. Man müsse die Infrastruktur stärken und dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen besser würden. Dann halte man die Unternehmen und unterstütze sie. Auf der anderen Seite müssten auch die Unternehmen innovativ sein, um Wettbewerbsvorteil in den internationalen Märkten zu haben.

Zwar landet der Konjunkturklimaindex mit insgesamt 107 Zählern immer noch im positiven Bereich über 100, dennoch fällt er damit um 23 Punkte im Vergleich zum Frühsommer 2019. Konjunkturexpertin Beatrix Andriof nennt als einen Grund für den Pessimismus der Unternehmen die zunehmenden Unsicherheiten auf dem Weltmarkt.

Seit eineinhalb Jahren schwächle die Nachfrage auf den Auslandsmärkten. Zwar konnte letztes Jahr noch ein Export-Rekord eingefahren werden, dieses Jahr sei aber ein Dämpfer zu erwarten. Bereits jetzt seien die Auslandsumsätze im verarbeitenden Gewerbe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent gesunken. Diese Entwicklung, so nimmt die IHK an, werde sich auch fortsetzen.

Das liege auch an der Kräfteverschiebung. So habe die USA in den letzten Jahren sehr stark von ihrem großen Binnenmarkt mit 300 Millionen Einwohnern profitiert, gehe aber immer mehr in den Export und damit in den Wettbewerb zu den exportstarken Unternehmen unserer Region. Auf der anderen Seite gebe es auch noch die Volksrepublik China, die sehr stark an Fahrt aufnehme und ihren Binnenmarkt mit 1,3 Milliarden Einwohnern entwickle.

Auf diese Verschiebung müsse sich insbesondere die Industrie hierzulande einstellen, denn obwohl diese im Kern in der Region sehr stark sei, hat sich ihre Lage am stärksten verschlechtert. Man müsse sich nun Strategien ausdenken und wissen, welchen Technologiesektor man zum Beispiel ausbauen und welche Märkte man erreichen wolle.

Jedes Unternehmen müsse sich deshalb langfristig, kurzfristig, aber auch mittelfristig aufstellen, um seine Strategie durchzuführen. Überlegungen, die nicht ganz leicht fallen, so Erbe. Es brauche Mut. Sein Rat an die Unternehmer und Unternehmerinnen ist deshalb, mutig zu sein.

Hierbei sei außerdem auch die Klimadebatte mit einzubeziehen. Die Unternehmen sollten diese als Chance sehen, sich so aufzustellen, dass klimaneutral produziert werden könne, um damit in Zukunft im Wettbewerb Vorteile zu erreichen.


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