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Tübingen

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Fakten und Fiktion - Im Gespräch mit Bestsellerautor Peter Prange

In der Buchhandlung Osiander in Tübingen füllt er gleich ein ganzes Regal - und dennoch ist es nur ein Teil seiner Arbeit, nicht alle Romane sind vorrätig. Bestsellerautor Peter Prange versteht wie kaum ein anderer Fakten und Fiktion in einem spannenden Roman zu vereinen. Seine gebundenen Ausgaben schafften es alle auf die Spiegel-Bestsellerliste.

In seinem aktuellen Werk dem Zweiteiler „Eine Familie in Deutschland" beleuchtet er verschiedene Charaktere zur Nazizeit. Er selbst beschreibt seinen Roman als Versuch, die Nazizeit vom Tag der Machtergreifung bis zum Tag der Kapitulation nach zu erzählen, und zwar anhand einer großen Familiengeschichte. Diese sei dann multiperspektivisch und berücksichtige eben die unterschiedlichsten Perspektiven, z.B. von Tätern, Mitläufern , Widerständlern, Drückebergen oder Wendehälsen. So könne man am ehesten nachvollziehen, wie man wohl selbst in einer solchen Zeit gewesen wäre.

Für Recherchen treibt es ihn immer wieder auch in den Tübinger Brechtbau. Hier sieht man ihn nicht selten studierend über Büchern in der Bibliothek. Aber warum gerade hier?

„Also Erstens bin ich ein anhänglicher Mensch; ich habe hier studiert, ich fühle mich hier wohl und habe mich immer, schon während des Studiums, hier wohl gefühlt. Und ich sitze dann meistens an den Plätzen, an denen ich früher gesessen habe, wenn ich Hausarbeiten oder Referate geschrieben habe, nur dass ich jetzt halt Bücher schreibe, das ist der ganze Unterschied. Und irgendwie führe ich so immer noch das Leben eines verbummelten Studenten, was mir aber ganz gut gefällt. Und wenn ich es dann ganz arg krachen lasse, dann gehe ich auch mal rüber in die Mensa", erzählt Prange.

Über viele seiner Werke hat er wohl auch hier im Brechtbau nachgedacht oder sie vielleicht auch teilweise geschrieben.

Denkt man an Bestseller, wie die Philosophin, die Principessa oder die Rebellin, fällt auf, das Pranges Protagonisten oft weiblich sind. Und das hat auch einen Grund.

„Also wenn wir Männer so sind, wie wir gerne wären, nämlich zielstrebig, zielorientiert, rational, nüchtern, unbeirrbar - dass sind die langweiligsten Helden, die man sich im Roman nur vorstellen kann. Frauen sind auf positive Art wesentlich unberechenbarer. Sie sind widersprüchlicher, sie sind emotionaler, sie sind leidenschaftlicher, sie machen Dinge, die man nicht ohne weiteres vorhersehen kann, und deshalb finde ich Frauen in der Regel als Protagonisten in einem Roman besser geeignet als wir grauen Männer, die wir doch nur unserer Ratio folgen oder zu folgen versuchen", erklärt der Bestsellerautor.

Inspiration erhält Prange nahezu überall. Die Ideen treffen ihn spontan. Laut seinem Zettelkasten in dem er diese Notizen festhält, müsste er 130 Jahre alt werden, um all die Ideen noch umsetzen zu können. Für seine Arbeit spielt die Universitätsstadt eine große Rolle.

„Natürlich ist Tübingen der absolut ideale Ort, wenn man schreibt. Und bei meinen Büchern ist es so, dass ich mich ja in verschiedene Zeitabläufe, die mir nicht so vertraut sind, einarbeiten muss und Tübingen ist eine Stadt, wo es so viele hochqualifizierte Leute gibt, die auch gerne und bereitwillig Auskunft geben und sich sogar freuen, dass das von ihnen mühsam erworbene Wissen, eine etwas größere Verbreitung findet, [...] und ich kann mir keinen schöneren Ort für meine Arbeit wünschen als Tübingen.

Ruhestand im klassischen Sinne kommt für Peter Prange übrigens nicht in Frage. Vielleicht würde er dann nur noch alle drei Jahre ein Buch veröffentlichen, statt alle zwei. Aber Schreiben, dass will er, und zwar so lange er kann.


Nachrichten aus Bundesland und Landeshauptstadt

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