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Tübingen

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"Lets talk about Europe" - ehemaliger Bundesumweltminister Jürgen Trittin zu Gast

Der grüne Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin war zu Gast in Tübingen und diskutierte mit den Bürgern über Europa. Bei seiner parlamentarischen Arbeit im Auswärtigen Ausschuss setzt sich der frühere Bundesumweltminister für eine deutsche und europäische Außenpolitik ein, die Konflikten vorbeugt und auf internationale Kooperation setzt.

Jürgen Trittin steht für ein solidarisches Europa. In seinen Augen beruht Europa auf drei Versprechen: dem Versprechen des Friedens; dem Versprechen der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit, das zur Zeit in Ungarn etwa unter Druck geraten sei; und dem Versprechen auf Teilhabe und Wohlstand, das laut Trittin „unter die Räder gekommen" sei. "Wir haben eine Nordsüdspaltung in Europa. Wir haben eine bis heute nicht überwundene Krise, die währt seit 10 Jahren im Süden. Und wenn in diesem gemeinsamen Europa ein Fünftel der jungen Menschen unter 25 arbeitslos ist – und da sind die Deutschen schon eingerechnet mit ihren guten Arbeitsmarktzahlen – dann heißt das: Wir müssen etwas tun."

Ein solches Europa könne in Trittins Augen nicht zusammengehalten werden. Deshalb ruft er auch alle Bürger auf, bei der Europawahl im Mai ihre Stimme für eine Partei abzugeben, die sich für den Erhalt der drei Versprechen einsetzt. Seiner Partei, den Grünen, rechnet er dabei gute Chancen zu. "Überall in Europa wachsen nationalistische, rechte und oft auch rassistische Bewegungen und Parteien. Darauf muss es eine demokratische Antwort geben. Und die demokratische Antwort heißt in meinen Augen: Wir müssen dieses Europa stärker machen und nicht schwächer. Das ist das, was die wollen. Und da wir die klare Alternative zu diesen Tendenzen sind, glaube ich, dass wir gut abschneiden können."

Wie die meisten Politiker beschäftigt auch den ehemaligen Umweltminister der anstehende Brexit. Trittin sieht darin nicht nur einen politischen Verlust für Europa. Großbritannien sei stets ein wichtiger Alliierter gewesen. Dazu kämen ökonomische Folgen – natürlich insbesondere für die Briten, aber auch für Europa. "Wie stark die ausfallen werden, wissen wir noch nicht. Wir haben jetzt ein Scheidungsabkommen. Aber wir haben noch kein Abkommen, wie wir künftig weiter zusammenarbeiten. Und das wollen wir. Beide Seiten wollen das." Es gebe mehrere Möglichkeiten. Vereinfacht können man laut Trittin sagen: Je mehr Integration nach der Scheidung erfolge, umso geringer seien die wirtschaftlichen Folgen für den europäischen Markt, ebenso, wie für Großbritannien.


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