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Engstingen: Reutlinger Landratsamt zieht Bilanz im Güllevorfall

Fast ein Jahr ist seit dem Güllevorfall in Engstingen vergangen. Am 11. Januar 2017 waren insgesamt 138 Einsatzkräfte vor Ort, um die Folgen einer Havarie an der Engstinger Biogasanlage zu beseitigen. Die Folgen der übelriechenden Welle von rund 1,5 Millionen Gärsubstrat sind bis heute nicht gänzlich behoben und stinkt vielen Betroffenen im wahrsten Sinne des Wortes immer noch. Welche Folgen der Unfall letztendlich für die Umwelt hatte und wie es für die Betroffenen nun weitergeht, erklärte unter anderem der Reutlinger Landrat Thomas Reumann bei einer Pressekonferenz im Engstinger Rathaus.

Der Schaden war immens: 47 geflutete Kellerräume, etliche Lager und Büroräume und eine Geruchs-Intensität, die sich nicht so schnell vertreiben lässt. Die Havarie eines Biogasbehälters führte am 11. Januar 2017 zu dem Gülle-Austritt, der das Gewerbegebiet Engstingen-Haid überschwemmte.

Wie die Havarie genau entstanden ist, ist bis heute unklar. Die Schuld nimmt die Firma Biga Energie aber auf sich. Denn der Gülle-Behälter entsprach nicht den Vorgaben des Reutlinger Landratsamtes und hätte somit nie befüllt werden dürfen.

Biga-Geschäftsführer Thorsten Ott ist es daher wichtig, dass die Geschädigten nicht auf ihren Kosten sitzen bleiben. Doch nachdem die Versicherung im letzten Sommer eine Kostenübernahme verwehrt hatte, geht dieser Prozess nur schleppend voran.

Noch versuchen der Anwalt Tim Jakobs und Thorsten Ott die Versicherung zur Zahlung zu bewegen. Doch auch an eine Alternative muss gedacht werden. Schlaflose Nächte, jede Menge Stress und mögliche Zahlungs-Konzepte bestimmen seit rund einem Jahr das Leben des Biga-Geschäftsführers.

Aber auch andere, wie die Geschädigte Anja Wolfframm, haben schlaflose Nächte und Existenz-Ängste hinter sich. Zusammen mit ihrer Mutter betreibt sie die Gaststätte „Per Du", die besonders hart von der Gülleflut getroffen wurde. Doch unterkriegen lassen sie sich nicht.

Trotzdem benötigen sie, wie viele andere Geschädigte auch, dringend eine Zahlung, um die nötigen Renovierungen durchführen zu können.

Das Umweltschutzamt Reutlingen untersuchte darüber hinaus auch die Folgen für die Umwelt. Nach dem Fund von fünfunddreißig toten Fischen, unter anderem einige Groppen, wurden diverse Gutachten in Auftrag gegeben.

Über die Höhe der gesamten Schäden wird noch spekuliert, aber allein durch die Kosten der Feuerwehr, den Reinigungskosten, Mietausfall der beschädigten Räume und die Alb-Wasser Überwachung kann man schon jetzt von einem Betrag um die 160.000 Euro sprechen.


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